Apfel gesund – Nährstoffe, Sorten und Wirkung im deutschen Alltag

Der Apfel begleitet die deutsche Ernährung seit Jahrhunderten und verbindet kulturelle Symbolik mit messbarer gesundheitlicher Wirkung. Schneewittchens Vergiftung, Newtons Geistesblitz und das Sprichwort An apple a day keeps the doctor away sind fest im kollektiven Gedächtnis verankert. Der Ausspruch geht auf einen knackig verkürzten Satz aus einer walisischen Zeitung des 19. Jahrhunderts zurück und ist seitdem weltweit verbreitet. Geht der Sommer zu Ende, kommen die Äpfel in den Handel. Ob rotbackig oder zartgrün, frische Äpfel schmecken einfach köstlich und gelten seit dem 19. Jahrhundert als gesundheitsfördernd. In Deutschland liegt der durchschnittliche Konsum bei etwa 20 Kilogramm pro Jahr je Einwohner laut einer Angabe und bei durchschnittlich 25 Kilogramm pro Jahr laut einer weiteren Angabe. Diese Spannbreite zeigt, dass der Apfel das beliebteste Obst des Landes ist und täglich auf dem Speiseplan stehen kann.

Die gesundheitliche Wirkung entfaltet sich nicht erst durch den Verzehr großer Mengen, sondern durch die Zusammensetzung von Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Die meisten dieser Stoffe sitzen in der Apfelschale oder direkt darunter. Wer die Schale mitisst, nutzt die volle Wirkung. Zugleich weist der Apfel eine hohe Wasserquote auf und liefert mit etwa 50 Kilokalorien pro 100 Gramm eine kalorienarme Basis für eine ausgewogene Ernährung.

Verzehrsgewohnheiten und kulturelle Verankerung in Deutschland

Der Apfel ist in Deutschland das beliebteste Obst. Etwa 20 Kilogramm Äpfel essen die Deutschen durchschnittlich pro Jahr. Eine weitere Quelle nennt 25 Kilogramm pro Jahr je Einwohner. Ein Apfel mittlerer Größe von ca. 100 Gramm liefert durchschnittlich 60 Kalorien. Mit etwa 50 Kilokalorien pro 100 Gramm eignet sich das Kernobst für eine kalorienarme und gesunde Ernährung.

Die Saison für regionale Äpfel liegt von August bis in den November. Dann sind heimische Äpfel am besten verfügbar. Apfel ist ein optimaler Snack für Zwischendurch, als Pausensnack, Knabberei oder Dessert unschlagbar. Er liefert nicht nur Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, sondern auch leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Frucht- und Traubenzucker.

Regelmäßiger Verzehr soll das Risiko für Asthma, Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern. Auch bei Alzheimer-Erkrankten scheint der Genuss von Äpfeln einen positiven Einfluss zu haben. Der Grund liegt im hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen.

Eine Studie der Universität Oxford fand vor ein paar Jahren heraus, dass sich rechnerisch die Zahl der tödlichen Herzinfarkte und Schlaganfälle in Großbritannien um etwa 8.500 Fälle senken ließe, wenn jeder Brite und jede Britin über 50 täglich einen Apfel essen würde. Der Grund ist, dass Äpfel eine ähnlich positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel wie manche Medikamente haben und so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.

Nährstoffprofil und Verteilung in Frucht und Schale

Die meisten Vitamine befinden sich in der Apfelschale oder direkt darunter. Die Schale ist zudem reich an Vitamin C, Eisen, Magnesium, ungesättigten Fettsäuren und bioaktiven Substanzen. Das Kerngehäuse enthält Jod.

Ein Großteil der Vitamine und Polyphenole sitzt direkt unter der Schale. Deshalb sollte man Äpfel am besten ungeschält essen, sie vorher aber gründlich waschen.

Besonders viele Nährstoffe sind nachweislich in der Schale konzentriert:

  • Vitamin C
  • Eisen
  • Magnesium
  • ungesättigte Fettsäuren
  • bioaktive Substanzen
  • sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung

Die Nährstoffe variieren je nach Lagerung und Sorte. Ein Apfel enthält eine Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen. Sie wirken unter anderem antioxidativ und helfen dem Körper sich vor freien Radikalen zu schützen. Sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine sind vor allem in oder direkt unter der Schale zu finden. Es empfiehlt sich daher immer die Schale mit zu essen.

Die wichtigsten nachgewiesenen Inhaltsstoffe sind:

  • Kalium ist maßgeblich für die Reizleitung im Nervensystem und für die Steuerung der Kontraktion von Muskelzellen verantwortlich. Außerdem ist Kalium an der Regulation des pH-Wertes und des Blutdrucks beteiligt.
  • Vitamin B1, Thiamin, ist vor allem für die Gewinnung von Energie aus Kohlenhydraten verantwortlich und damit wichtig für das Gehirn und den Herzmuskel.

Kalorien, Wasseranteil und Fruchtzucker

Der Apfel besteht zu 85 Prozent aus Wasser. Mit etwa 50 Kilokalorien pro 100 Gramm eignet sich das Kernobst für eine kalorienarme und gesunde Ernährung. Ein Apfel mittlerer Größe von ca. 100 Gramm liefert durchschnittlich 60 Kalorien.

Der Fruchtzucker-Anteil unterscheidet sich stark zwischen frischem Apfel und verarbeiteten Produkten:

Produkt Menge Fruchtzucker
frischer Apfel 100 Gramm etwa 6 Gramm
Apfelsaft 250 Milliliter bis zu 25 Gramm
getrocknete Apfelringe 100 Gramm 54 Gramm

Äpfel und Apfel-Produkte unterscheiden sich also zum Teil sehr deutlich in ihrem Gehalt an Fruchtzucker. Wer den Fruchtzuckerkonsum im Blick hat, profitiert vom frischen Obst.

Ballaststoffe, Pektin und Cholesterinregulierung

Äpfel sind auch gut für den Darm, denn sie enthalten den Ballaststoff Pektin, der die Verdauung fördert. Pektin ist ein wichtiger Ballaststoff und unterstützt die Verdauung. Er macht lange satt.

Eine Studie hat gezeigt, dass Pektine positiv auf den Cholesterinspiegel im Blut wirken können, indem sie Gallensäuren an sich binden. Gallensäuren, die von der Leber produziert werden, müssen folgend aus eigenem Cholesterin hergestellt werden, dies senkt den Cholesterinspiegel und kann somit Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen.

Äpfel enthalten Pektin, einen Ballaststoff, der gut für die Verdauung ist und lange satt macht. Das macht den Apfel zu einem optimalen Snack für Zwischendurch.

Sortenvergleich und Vitamin-C-Gehalt

Der Vitamin-C-Gehalt ist sortenabhängig. Allgemein kann man sagen, dass rote Apfelsorten tendenziell mehr Vitamin C enthalten als die grüne Variante. Grüne Äpfel enthalten jedoch mehr des Farbstoffs Chlorophyll, der ihnen die grüne Farbe verleiht.

Rote Äpfel besitzen oft mehr Vitamin C als grüne. So habe der Braeburn bis zu dreimal mehr Vitamin C als der grüne Granny Smith. Auch steckten in roter Schale meist mehr Antioxidantien als in grüner.

Laut Bundeszentrum für Ernährung sind beispielsweise die Apfelsorten Braeburn und Berlepsch Vitamin C reich, während ein Elstar Apfel weniger Vitamin C enthält.

Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern ordnet ein: Elstar, Topaz und Braeburn sind da ganz weit vorne. Willi Hennebrüder von BUND Lemgo weist daraufhin, dass der Vitamin-C-Gehalt sortenabhängig sei.

Für Menschen mit Problemen die harte Schale mitzuessen hat Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung einen Tipp: Die Schale kann man einfach pürieren oder beispielsweise im Smoothie verwenden.

Sorten und Merkmale im Überblick

Sorte Vitamin C Hinweis
Braeburn vitamin C reich, bis zu dreimal mehr als Granny Smith rote Sorte, viele Antioxidantien
Berlepsch vitamin C reich alte Sorte, günstige Nährstoffzusammensetzung
Elstar weniger Vitamin C laut Bundeszentrum trotzdem beliebt, Topaz und Elstar werden als weit vorne genannt
Granny Smith grün, weniger Vitamin C enthält mehr Chlorophyll
Golden Delicious polyphenolarm gezüchtet kann allergische Reaktionen verstärken

Allergie, Polyphenole und alte Sorten

In Äpfeln stecken jede Menge gesunde Nährstoffe wie Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Die meisten Vitamine sitzen in oder direkt unter der Schale.

Alte Apfelsorten wie Berlepsch, Boskoop, Cox-Orange und Idared enthalten Nährstoffe in einer sehr günstigen Zusammensetzung. Darunter sind auch viele Polyphenole, eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Diese schützen die Pflanzen unter anderem vor Schädlingen. Auch auf die menschliche Gesundheit zeigen sie in Studien positive Wirkungen. So können sie zum Beispiel das Erkrankungsrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedenen Krebsarten senken oder auch das Immunsystem unterstützen.

Hätten Sie's gewusst? Die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe sitzen direkt in oder nah unter der Schale.

Das ist für Apfelallergiker vorteilhaft, weil Polyphenole Apfelallergene inaktivieren können. Aus bestimmten Apfelsorten wie Golden Delicious, Gala oder Jonagold hingegen wurden Polyphenole herausgezüchtet. Das erklärt, warum neuere Sorten oft stärkere allergische Reaktionen hervorrufen. Aber Vorsicht: Eine Garantie, dass bestimmte Apfelsorten allergenarm oder gar allergenfrei sind, gibt es nicht. Im Zweifel den Apfelgenuss mit der Ärztin oder dem Arzt abklären.

Schadstoffe, Reinigung und ökologischer Anbau

Äpfel weisen oft hohe Pestizidrückstände auf. Also immer gut waschen. Achtung: Äpfel weisen oft hohe Pestizidrückstände auf.

Heimische Äpfel sind kaum mit Schadstoffen belastet. Das zeigen die jährlichen Untersuchungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Um die Aufnahme unerwünschter Stoffe so gering wie möglich zu halten, sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

  • Äpfel mit warmem Wasser waschen und mit einem Tuch gründlich abreiben. Mögliche anhaftende Rückstände aus der Umwelt lassen sich so gut beseitigen.
  • Zu Äpfeln aus ökologischem Anbau greifen, denn dabei wird auf synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet.

Allerdings sind Äpfel häufig mit Pestizidrückständen belastet. Hier lohnt sich der Griff zur unbehandelten Bioware.

Äpfel sind von guter Qualität und, wenn überhaupt, nur sehr gering mit unerwünschten Stoffen belastet. Das zeigen die jährlichen Untersuchungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Praktische Anwendung im Alltag

Äpfel sind nicht nur gesund, sie sind auch ein optimaler Snack für Zwischendurch. Mit durchschnittlich 60 Kalorien ist ein Apfel mittlerer Größe von ca. 100 Gramm zudem sehr energiearm.

Daniela Krehl ordnet ein: Äpfel sind megagesund, aber ein einziges Lebensmittel kann uns jetzt auch nicht alles retten. Prinzipiell gilt: Abwechslungsreich essen mit viel Obst und Gemüse. Da sind die Äpfel schon ein Superfood.

Der Apfel liefert leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Frucht- und Traubenzucker. Er liefert Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Wer die Schale nicht mögen kann, kann sie pürieren oder im Smoothie verwenden.

Schlussfolgerung

Der Apfel verbindet messbare Nährstoffdichte mit kultureller Verankerung und Alltagstauglichkeit. Die Konzentration von Vitamin C, Eisen, Magnesium, ungesättigten Fettsäuren und bioaktiven Substanzen in der Schale macht das Mitessen der Schale zur zentralen Handlungsempfehlung. Der Ballaststoff Pektin wirkt auf Verdauung und Cholesterinspiegel und verleiht dem Apfel eine nachhaltige Sättigungswirkung bei nur etwa 50 Kilokalorien pro 100 Gramm.

Sortenunterschiede sind nicht marginal. Rote Sorten wie Braeburn und Berlepsch liefern deutlich mehr Vitamin C als grüne Sorten wie Granny Smith, während alte Sorten wie Berlepsch, Boskoop, Cox-Orange und Idared durch Polyphenol-reiche Zusammensetzung sowohl gesundheitliche Vorteile als auch einen möglichen allergieabschwächenden Effekt bieten. Neuere Züchtungen wie Golden Delicious, Gala und Jonagold wurden polyphenolarm selektiert und können deshalb bei empfindlichen Personen stärker reagieren.

Der gesundheitliche Nutzen des Sprichworts An apple a day keeps the doctor away wird durch Studien zur Cholesterinregulation, zur Risikoreduktion für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Diabetes und Krebs sowie durch den Oxford-Bezug zur Senkung tödlicher Herzinfarkte und Schlaganfälle gestützt. Die Wirkung entfaltet sich jedoch nur bei regelmäßiger, abwechslungsreicher Ernährung und bei bewusster Handhabung von Schadstoffen durch Waschen mit warmem Wasser und Abreiben sowie dem Vorzug ökologisch angebauter Ware.

Der Apfel bleibt damit ein fundiert gesundheitsförderndes Lebensmittel, dessen Wirkung in Abhängigkeit von Sorte, Schalenverzehr, Reinigung und saisonaler Regionalität optimiert wird.

Quellen

  1. Apfel gesund DAK
  2. An apple a day keeps the doctor away tegut
  3. Apfel Kalorien Allergie ZDF
  4. Äpfel Gesundheit und Umwelt BZfE
  5. Apfel gesund BR
  6. Gesunder Apfel NDR

Ähnliche Beiträge