Der grüne Spargel gilt als eines der edelsten Frühlingsgeschenke der Natur. Während der weiße Spargel oft als der klassische Inbegriff der Saison gilt, besitzt der grüne Spargel eine eigene, kräftigere Geschmacksrichtung, die sich hervorragend für vielfältige Zubereitungsarten eignet. Die begrenzte Saison, die typischerweise von Ende April bis Ende Juni dauert und somit nur etwa zwei Monate umfasst, macht jeden Verzehr zu einem besonderen Ereignis. Kochduo Martina und Moritz haben sich der Herausforderung gestellt, den grünen Spargel abseits der klassischen Kombination mit Sauce Hollandaise, gekochtem Schinken und Salzkartoffeln neu zu interpretieren. Ihr Ansatz liegt darin, die Knackigkeit des Gemüses zu bewahren, Frische zu maximieren und unerwartete Kombinationen zu entdecken.
Die Zubereitung von grünem Spargel erfordert spezifisches Wissen, insbesondere im Bereich des Schälen und Garens. Ein weitverbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass grüner Spargel nicht geschält werden muss. In der Realität beginnt die Haut etwa einige Zentimeter unter der Spitze zäh zu werden. Ab diesem Punkt muss sie zwingend entfernt werden, andernfalls ist der Genuss des Gerichts beeinträchtigt. Das richtige Schälen ist der erste entscheidende Schritt für ein gelungenes Ergebnis. Nach dem Waschen und sorgfältigen Schälen wird der Spargel in wenig gesalzenem Wasser mit einer Prise Zucker und einem Stückchen Butter bissfest gegart. Das Hinzufügen von Zucker im Kochwasser ist ein technischer Trick, der die natürliche Süße des Spargels betont und die Textur verbessert. Nach dem Kochen ist es essenziell, den Spargel auf einem Küchentuch abtropfen zu lassen, um überschüssige Feuchtigkeit zu entfernen, bevor er weiterverarbeitet wird.
Die Kunst der Salatzubereitung
Salate aus rohem oder leicht gegartem Spargel stellen eine der elegantesten Möglichkeiten dar, das Frühlingsgemüse zu servieren. Ein Rezept von Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer demonstriert dies eindrucksvoll. Hier steht der grüne Spargel im Mittelpunkt, kombiniert mit frischem Weißbrot als Begleitung. Die Zubereitung beginnt mit dem Waschen und dem bereits genannten sorgfältigen Schälen. Das Kochen in Salzwasser mit einer Prise Zucker und einem Stück Butter bis zur bissfesten Konsistenz ist der Kernprozess.
Die Beilagen für diesen Salat sind ebenso wichtig wie der Hauptbestandteil. Zu den vier bis sechs Personen werden vier bis sechs Eier benötigt. Diese werden wachsweich gekocht, was eine Zeit von fünf bis sechs Minuten erfordert. Parallel dazu wird der Speck vorbereitet: Ein durchwachsender Speck in der Menge von 100 g wird in feine Streifen geschnitten und in einer Pfanne mit etwas Olivenöl sanft ausgebraten. Das Ergebnis ist eine knusprige Textur, die den weichen, bissfesten Spargel perfekt ergänzt.
Die Dressierung des Salats ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Der gekochte Spargel wird auf Tellern angerichtet, gesalzen, mit gutem Olivenöl und Apfelessig beträufelt. Dazu kommen die gerösteten Speckstreifen und Schnittlauchröllchen. Der Schnittlauch, von einem bis zwei Bündeln, wird in Röllchen geschnitten und darübergegeben. Diese Kombination aus dem erdigen Geschmack des Spargels, dem salzigen Speck, der Schärfe des Essigs und der Frische des Schnittlauchs schafft ein ausgewogenes Geschmacksprofil. Die Verwendung von frischem Weißbrot rundet die Speise ab und macht den Salat zu einer vollständigen Mahlzeit.
Asiatisch inspirierte Wokgerichte
Abseits der klassischen europäischen Zubereitung zeigen Martina und Moritz auch den Weg in die asiatische Küche. Das Gericht „Spargel à la Chinoise mit Hähnchenbrust" ist ein Paradebeispiel dafür, wie grüner Spargel seine leuchtende Farbe und seinen knackigen Biss behalten kann. Martina Meuth betont, dass bei der schnellen Zubereitung im Wok der Spargel seine Textur behält. Sie empfiehlt es besonders hübsch, beide Spargelfarben, weiß und grün, zu mischen, was eine optisch ansprechende und geschmacklich vielschichtige Mahlzeit ergibt.
Die Zubereitung des Wokgerichts für vier Personen erfordert eine präzise Reihenfolge der Zutatenverarbeitung. Zuerst werden 250 g Hähnchenbrust mit 1 TL Speisestärke, 1 EL Sojasauce und 1 TL Sesamöl mariniert. Diese Vorgehensweise sorgt dafür, dass das Hähnchen im Wok zart bleibt. Der Spargel (400 g) wird in Stangen oder Stücke geschnitten und mit Frühlingszwiebeln, einem walnussgroßen Stück Ingwer, zwei Knoblauchzehen sowie 1-2 roten oder grünen Chilis kombiniert. Diese aromatische Basis ist typisch für asiatische Küche.
Der Kochprozess im Wok läuft bei hoher Hitze ab, um die Knackigkeit zu bewahren. In neutralen Öl werden die Zutaten schnell angebraten und mit 1 EL Sherry oder Reiswein sowie 2 EL Gemüse- oder Hühnerbrühe abgelöscht. Die Gewürze bestehen aus Salz, Pfeffer, einem Teelöffel Zucker und weiteren 1 EL Sojasauce sowie Sesamöl. Das Ergebnis ist ein Gericht, das die Frische des Frühlingsgemüses mit der Tiefe asiatischer Aromen verbindet.
Gerollte Spargelpäckchen: Eine kreative Variante
Eine besonders pfiffige und unkonventionelle Methode, den Spargel zu präsentieren, ist die Zubereitung von gerollten Päckchen. Diese Technik verwandelt den Spargel in ein elegantes Fingerfood oder ein Hauptgericht mit einer überraschenden Textur. Die Basis bleibt gleich: Der Spargel wird geschält und bissfest in Salzwasser mit einer Prise Zucker und einem Stück Butter gegart, bevor er auf einem Küchentuch abtropft.
Der Prozess des Packens ist hierbei entscheidend. Der abgetropfte Spargel wird in drei bis vier Portionen geteilt. Jede einzelne Stange oder jedes Bündel wird zuerst mit einer Scheibe Käse umwickelt. Direkt darauf folgt eine Scheibe Kochschinken. Das komplette Päckchen wird schließlich flach mit einem Zahnstocher fixiert, um die Form zu erhalten.
Nach dem Packen folgt die Panierung. Eine „Panier-Straße" wird aufgebaut, bestehend aus Mehl, verquirlten Eiern und Semmelbröseln. Die Päckchen werden nacheinander in diese drei Komponenten gewendet, um eine knusprige Schicht zu erzeugen. Das Braten erfolgt in einer Pfanne mit Öl bei mittlerer Hitze, bis die Päckchen goldbraun sind. Nach dem Braten werden sie auf einer Küchenrolle abtropfen gelassen, um überschüssiges Fett zu entfernen.
Die Servierung dieser Spargelpäckchen kann mit Kresse oder Petersilie erfolgen. Ein besonderes Highlight ist die Kombination mit einer „Schummel-Hollandaise". Diese Soße bietet einen geschmacklichen Kontrast zur knusprigen Panierung und dem saftigen Inneren des Päckchens.
Pilzvariationen und Frühlingskräuter
Die Vielfalt des grünen Spargels wird noch weiter durch die Kombination mit Pilzen erweitert. Ein Rezept von Martina und Moritz beschreibt eine Zubereitung mit Morcheln. Morcheln sind ein Frühlingspilz, der eine intensive, erdige Geschmacksrichtung besitzt, die gut zum Spargel passt. Die Zubereitung beginnt damit, dass der Spargel geschält und schräg in Stücke geschnitten wird. 300 g grüner Spargel werden verwendet, kombiniert mit 250 g Morcheln.
Die Morcheln müssen sorgfältig geputzt und gewaschen werden. Es ist ratsam, sie der Länge nach zu halbieren oder sogar zu vierteln und in Streifen zu schneiden. Dieser Schritt dient auch der Sicherheit, da sich in Morcheln manchmal kleine Insekten oder Erde verstecken können, die bei diesem Vorgehen entdeckt und entfernt werden können. Die Zubereitung findet in einer Kasserolle statt. Zuerst werden Frühlingszwiebeln in fein geschnittenen Stücken andünsten. Danach kommen die Pilze und die Spargelstücke hinzu. Das sanfte Dünsten erfordert ständiges Schwenken und Um-rühren, um ein Anbrennen zu vermeiden.
Die Gewürzung erfolgt mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und -schale, was dem Gericht eine erfrischende Note verleiht. Ein wenig Weißwein dient zum Ablöschen, was die Aromen intensiviert. Zum Schluss wird gehackte, glatte Petersilie untergerührt. Als Beilage eignen sich ein Stück Baguette oder Bratkartoffeln. Alternativ kann Seehecht mit einem erfrischenden Rettichsalat serviert werden. Ein nützlicher Tipp für Fälle, in denen keine Morcheln verfügbar sind, ist die Verwendung anderer Pilze wie Pfifferlinge oder Kräuterseitlinge, die ähnlich gut zum Spargel passen.
Fisch und weitere Kombinationen
Neben Fleisch und Pilzen bietet der grüne Spargel auch hervorragende Kombinationen mit Fisch. Martina und Moritz servieren den Spargel knackig gebraten in Bärlauchöl zum Fisch. Die Verwendung von Bärlauchöl verleiht dem Gericht eine intensive Frühlingsnote, die sowohl zum Fisch als auch zum Spargel passt. Diese Zubereitung hebt die natürliche Süße des Spargels hervor und fügt eine zusätzliche Geschmacksebene hinzu.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Kombination von rohem Spargel in Salaten mit Frühlingskräutern und gebeiztem Kaninchenrücken. Dies zeigt, dass grüner Spargel nicht nur gekocht, sondern auch roh oder leicht gegart in kreativen Salaten verwendet werden kann. Auch eine Salatvariante mit Huhn wird angeboten, was die Vielseitigkeit des Gemüses unterstreicht.
Die Saison des Spargels ist kurz und kostbar. Von Ende April bis Ende Juni steht das köstliche Frühlingsgemüse im Fokus der Küche. Die Fernsehköche Martina und Moritz betonen, dass die Spargelzeit besonders ist, da sie nur etwa zwei Monate dauert. Abseits des Klassikers mit Sauce Hollandaise, gekochtem Schinken und Salzkartoffeln, zeigen sie, wie der Spargel in neue Richtungen geführt werden kann.
Zusätzlich zu den Gerichten lädt ein Wokgericht mit Spargel und Rehfilet zum Nachkochen ein. Das Rehfilet, ein Wildfleisch mit kräftigem Geschmack, passt hervorragend zur Frische des Spargels. Dazu passend setzt das Kochduo eine Maibowle mit Erdbeeren und Waldmeister an, was eine sinnliche Ergänzung zum Essen darstellt. Die Kombination von Spargel mit neuen Kartoffeln darf natürlich nicht fehlen, da dies eine klassische, aber immer wieder geliebte Verbindung ist.
Zusammenfassung der Techniken und Zutaten
Um die Vielfalt der dargestellten Rezepte zu verdeutlichen, lässt sich eine strukturierte Übersicht der wesentlichen Techniken und Zutaten erstellen. Dies hilft, den logischen Aufbau der verschiedenen Zubereitungsformen nachzuvollziehen.
| Zubereitungsart | Hauptzutat | Beilagen / Ergänzungen | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Salat | Grüner Spargel (1-2 kg) | Eier, Speck, Schnittlauch, Apfelessig, Olivenöl | Roh oder bissfest gekocht, ohne zu übergaren |
| Wokgericht | Spargel (grün/weiß gemischt) | Hähnchenbrust, Ingwer, Knoblauch, Chili, Sojasauce | Schnelles Braten im Wok erhält Knackigkeit |
| Gerollte Päckchen | Spargel (geschält, gekocht) | Käse, Kochschinken, Panierung (Mehl, Ei, Semmelbrösel) | Knusprige Außenhaut, saftiger Kern |
| Pilzkomposition | Grüner Spargel (300 g) | Morcheln, Frühlingszwiebeln, Weißwein, Petersilie | Dünsten statt Braten, intensive Pilzaromen |
| Fischgericht | Grüner Spargel | Bärlauchöl, Fisch | Knackig gebraten, frische Kräuter |
Diese Tabelle verdeutlicht, dass der grüne Spargel als Basis dient, die in unzähligen Variationen verwendet werden kann. Jeder Ansatz hebt eine andere Eigenschaft des Gemüses hervor: im Salat die Frische, im Wok die Textur, in den Päckchen die Kreativität der Verpackung, bei den Pilzen die geschmackliche Tiefe.
Die Verwendung von Frühlingskräutern, wie Schnittlauch oder Petersilie, ist ein wiederkehrendes Motiv. Diese Kräuter verleihen den Gerichten eine frische Note, die typisch für die Jahreszeit ist. Auch die Kombination mit neuen Kartoffeln bleibt ein unverzichtbarer Begleiter, der den Spargel perfekt ergänzt.
Das Wissen um die begrenzte Saison von zwei Monaten macht jeden Tag des Genusses zu etwas Besonderem. Die Köche Martina und Moritz nutzen dieses kurze Zeitfenster, um nicht nur das klassische Essen, sondern auch innovative Variationen zu präsentieren. Ob als Salat, im Wok, als gerolltes Päckchen oder mit Pilzen, der grüne Spargel zeigt seine Vielseitigkeit. Die Techniken reichen vom sanften Dünsten bis zum schnellen Braten, jeweils angepasst an die gewünschte Textur und den Geschmack.
Fazit
Der grüne Spargel ist weit mehr als nur ein einfaches Frühlingsgemüse. Durch die kreativen Interpretationen von Martina und Moritz wird deutlich, dass dieses Gemüse ein enormes Potenzial für verschiedene Zubereitungsmethoden bietet. Von der klassischen Salatzubereitung mit Eier und Speck bis hin zum exotischen Wokgericht oder den aufwendig gerollten Päckchen, zeigt sich, wie ein einziges Gemüse in unzählige Richtungen geführt werden kann. Die kurze Saison von Ende April bis Ende Juni fordert den Kocher auf, die knappe Zeit optimal zu nutzen, indem er Abwechslung schafft. Die Kombination mit Pilzen, Fisch oder Wildfleisch erweitert das Spektrum weiter und macht jede Spargelzeit zu einem kulinarischen Ereignis. Wichtig bleibt dabei die Beachtung der Details: das sorgfältige Schälen, das präzise Garen bis zur bissfesten Konsistenz und die gezielte Auswahl der Beilagen.
Die vorgestellten Rezepte beweisen, dass grüner Spargel nicht nur mit Sauce Hollandaise aufwarten muss. Die Vielfalt der Kombinationen – von Bärlauchöl über Morcheln bis zu asiatischen Aromen – zeigt, dass die Küche mit diesem Gemüse grenzenlos ist. Durch die Nutzung von Frühlingskräutern, neuen Kartoffeln und kreativen Anrichten wird aus einem einfachen Gemüsesort ein Highlight des Frühlingsmenüs.
Quellen
- WDR Kochen mit Martina und Moritz - Spargelgerichte
- ARD Mediathek - Pfiffige Spargelgerichte
- Rheinpfalz - Womit sich Spargel besonders gut kombinieren lässt
- WDR Rezepte - Spargelrezepte Salat
- WDR Kochen mit Martina und Moritz - Spargelrezepte
- Martina und Moritz Bücher - Grüner Spargel mit Morcheln
- ARD Mediathek - Unsere liebsten Spargelrezepte