Giouvetsi: Griechisches Schmorfleisch mit Kritharaki – Rezept, Zubereitung und Tradition

Giouvetsi ist ein klassisches Gericht aus der griechischen Küche, das sich durch seine herzhafte Kombination aus Schmorfleisch, Tomatensoße und Kritharaki (eine Art griechische Reisnudeln) auszeichnet. Es ist ein traditionelles Sonntagsessen, das in griechischen Haushalten besonders geschätzt wird. In diesem Artikel werden die Ursprünge des Gerichts, die Zutaten, die Zubereitung sowie einige interessante Aspekte der griechischen Kochkunst näher erläutert. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Verwendung von Hackfleisch in modernen Varianten gewidmet.

Ursprünge und Tradition

Giouvetsi stammt aus der griechischen Küche und ist in Griechenland seit Jahrhunderten ein festes Element auf dem Tisch, insbesondere an Sonntagen. Die Bezeichnung „Giouvetsi“ leitet sich möglicherweise von den Tontöpfen ab, in denen das Gericht traditionell gekocht wurde. Es handelt sich um ein Schmorgemüsegericht, das in einem Topf zubereitet wird und später im Ofen gart. In der Vergangenheit wurde das Gericht oftmals im Holzofen zubereitet, nachdem das Brot dort gebacken wurde. Wer keinen eigenen Ofen besaß, brachte das Schmorfleisch mit Kritharaki zum Bäcker, damit dieser den Auflauf fertig garte.

Giouvetsi ist ein Gericht, das Zeit in Anspruch nimmt – etwa drei Stunden. Dennoch wird es gern zubereitet, da die langsame Garzeit den Geschmack intensiviert und das Fleisch besonders zart macht. In Griechenland werden traditionell Kalbfleisch, Lamm oder Ziegenfleisch verwendet, wobei auch Rindfleisch oder Hähnchenfleisch gern eingesetzt werden. In modernen Varianten wird manchmal auch Hackfleisch verwendet, was das Gericht besonders praktisch macht.

Zutaten und Vorbereitung

Giouvetsi besteht aus mehreren Komponenten: Schmorfleisch, Tomatensoße und Kritharaki. Die Zutaten können je nach Region und persönlichen Vorlieben variieren, aber die Grundzutaten bleiben weitgehend gleich. Im Folgenden sind die typischen Zutaten für Giouvetsi aufgelistet:

Zutat Menge Bemerkung
Hackfleisch 500 g Oder Rindfleisch, Lammfleisch oder Ziegenfleisch
Zwiebel 1 Grob gewürfelt
Karotten 2 Grob gewürfelt
Lauch 1 Grob gewürfelt
Tomatenmark 2 EL Für die Aromatik
Knoblauch 2 Zehen Durchgepresst
Tomaten 400 g Gehackt oder in Würfeln
Lorbeerblätter 2 Stück Für Aromatik
Kreuzkümmel 1 Prise Für Aromatik
Rotwein 200 ml Für die Soße
Salz nach Geschmack Für das Würzen
Pfeffer nach Geschmack Für das Würzen
Zucker 1 Prise Um die Säure der Tomaten zu mildern
Oregano 1 Prise Für Aromatik
Zimt 1 Prise Für Aromatik
Kritharaki (Orzo) 200 g Griechische Reisnudeln
Brühe 1 l Für die Nudeln
Olivenöl 2 EL Für das Braten

Vorbereitung

Die Vorbereitung des Gerichts erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird das Fleisch gewaschen und trockengetupft. Danach wird es in mundgerechte Stücke geschnitten. Im nächsten Schritt wird das Fleisch in Olivenöl angebraten, bis es von allen Seiten goldbraun ist. Anschließend wird das Fleisch aus dem Topf genommen und beiseite gestellt.

In demselben Topf werden Zwiebeln, Karotten und Lauch in Olivenöl angebraten, bis sie weich und glasig sind. Danach wird Tomatenmark untergerührt und kurz angebraten. Knoblauch wird durchgepresst und kurz angebraten. Das Fleisch wird dann zurück in den Topf gegeben und mit Rotwein aufgegossen. Tomatenwürfel, Salz, Pfeffer, Zucker und Gewürze wie Lorbeerblätter, Kreuzkümmel, Oregano und Zimt werden hinzugefügt. Alles wird gut durchgerührt und dann für etwa eine Stunde auf kleiner Flamme geschmort.

Nach dieser Zeit werden die Kritharaki-Nudeln hinzugefügt. Ein Liter heißer Brühe wird angemischt, damit die Nudeln weich werden können. Das Gericht wird dann für weitere 30 Minuten im Ofen gegart, bis die Nudeln die Flüssigkeit fast aufgesogen haben. Schließlich wird das Gericht noch ein paar Minuten rasten gelassen, bevor es auf Teller verteilt wird. Dazu wird gern geriebener Kefalotiri, Parmesan oder Pecorino serviert.

Zubereitung im Ofen

Ein entscheidender Schritt bei der Zubereitung von Giouvetsi ist das Garen im Ofen. Nachdem die Soße auf dem Herd angerichtet wurde, wird der Topf mit einem Deckel versehen und in den Ofen gestellt. Der Ofen sollte auf 160 Grad vorgeheizt sein. Das Schmorfleisch gart für etwa zwei Stunden im Ofen, bis es butterweich ist. Danach werden die Kritharaki-Nudeln hinzugefügt und das Gericht für weitere 30 Minuten ohne Deckel gegart. Dabei ist es wichtig, dass die Flüssigkeit nicht zu stark einkocht. Falls nötig, kann etwas mehr Brühe hinzugefügt werden.

Variante mit Hackfleisch

In modernen Rezepten wird manchmal Hackfleisch statt Würfelfleisch verwendet. Dies hat den Vorteil, dass das Gericht besonders schnell zuzubereiten ist und sich gut vorbereiten lässt. Hackfleisch wird in Olivenöl angebraten, bis es bräunlich ist. Danach werden die restlichen Zutaten wie Zwiebeln, Karotten, Lauch, Tomatenmark und Knoblauch hinzugefügt und kurz angebraten. Tomatenwürfel, Salz, Pfeffer, Zucker und Gewürze werden hinzugefügt und alles gut durchgerührt. Danach wird Rotwein angemischt und das Hackfleisch für etwa eine Stunde auf kleiner Flamme geschmort. Anschließend werden die Kritharaki-Nudeln hinzugefügt und das Gericht im Ofen gegart.

Aromen und Geschmack

Giouvetsi ist ein Gericht, das durch seine reiche Aromenvielfalt beeindruckt. Die Kombination aus Schmorfleisch, Tomatensoße und Kritharaki ergibt ein harmonisches Ganzes. Die Tomatensoße verleiht dem Gericht eine leichte Säure, die durch den Zimt, Oregano und Kreuzkümmel abgerundet wird. Der Rotwein gibt der Soße eine tiefe, herbe Note, während die Kritharaki-Nudeln den Geschmack aufsaugen und das Gericht in der Konsistenz abrunden. Das Schmorfleisch ist butterweich und zart, was es besonders genießbar macht.

Tipps zur Zubereitung

Um Giouvetsi optimal zuzubereiten, gibt es einige Tipps und Empfehlungen:

  • Fleischauswahl: Je nach Vorliebe kann man verschiedene Fleischsorten verwenden. Kalbfleisch, Lammfleisch, Ziegenfleisch oder Rindfleisch sind alle geeignet. In modernen Varianten wird auch gern Hackfleisch verwendet.
  • Gemüse: Zwiebeln, Karotten und Lauch sind typische Zutaten, die dem Gericht eine herbe Note verleihen. Andere Gemüsesorten wie Zucchini, Paprika oder Pilze können ebenfalls hinzugefügt werden.
  • Kritharaki: Die Kritharaki-Nudeln sind ein wichtiger Bestandteil des Gerichts. Sie sollten nicht zu lange gekocht werden, damit sie nicht zu weich werden.
  • Rotwein: Der Rotwein verleiht der Soße eine tiefe Note und intensiviert den Geschmack. Er kann durch Weißwein ersetzt werden, wenn gewünscht.
  • Gewürze: Lorbeerblätter, Kreuzkümmel, Oregano und Zimt sind typische Gewürze, die dem Gericht Aromatik verleihen. Sie können je nach Geschmack abgewandelt werden.

Servieren und Paarung

Giouvetsi wird traditionell in einer großen Form serviert, damit alle Gäste das Gericht genießen können. Es kann mit geriebenem Kefalotiri, Parmesan oder Pecorino serviert werden, was den Geschmack abrundet. Dazu passt gern ein Glas Rotwein, der den herben Geschmack des Gerichts gut abstimmt. Giouvetsi eignet sich besonders gut als Hauptgang und kann mit Salaten oder Brot serviert werden.

Fazit

Giouvetsi ist ein klassisches Gericht aus der griechischen Küche, das sich durch seine herzhafte Kombination aus Schmorfleisch, Tomatensoße und Kritharaki auszeichnet. Es ist ein traditionelles Sonntagsessen, das in griechischen Haushalten besonders geschätzt wird. In modernen Varianten wird manchmal Hackfleisch verwendet, was das Gericht besonders praktisch macht. Die Zubereitung ist etwas zeitintensiv, aber dennoch einfach und unkompliziert. Giouvetsi eignet sich hervorragend für Familienabende und ist ein Gericht, das durch seine reiche Aromenvielfalt beeindruckt. Mit den richtigen Zutaten und der richtigen Zubereitung kann man ein köstliches Gericht genießen, das die griechische Küche perfekt veranschaulicht.

Quellen

  1. Giouvetsi Rezept
  2. Giouvetsi Schmorfleisch mit Kritharaki aus dem Ofen
  3. Giouvetsi Rezept
  4. Giouvetsi – griechisches Schmorfleisch mit Kritharaki
  5. Giouvetsi Rezept

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