Die Küche in Legion stellt eine signifikante Weiterentwicklung des Berufes im Vergleich zu früheren Inhaltsbereichen dar. Basierend auf den vorliegenden Informationen aus diversen Spielguides und Blogs lässt sich ein detailliertes Bild der Mechaniken, Rezepte und strategischen Vorgehensweisen zeichnen. Das Kernziel dieser kulinarischen Erweiterung ist es, Speisen mit hoher statistischer Wertigkeit zu kreieren, die den Charakter in Kämpfen unterstützen. Zentraler Anlaufpunkt für die kulinarische Ausbildung ist Dalaran, wo der Spieler mit der neuen Benutzeroberfläche und dem Rangsystem konfrontiert wird.
Die Einführung des Rangsystems (Rang 1 bis 3) für Rezepte erfordert ein tiefes Verständnis für die Beschaffung von Materialien und die Erfüllung spezifischer Quests. Ein entscheidender Aspekt ist hierbei die Interaktion mit dem NPC Namus (Nomi), der im Verlauf der Kochquests eine zentrale Rolle einnimmt. Das Guides erwähnen wiederholt, dass das Erhalten von Rezepten nicht garantiert ist, sondern auf Nachforschungen basiert, was eine gewisse Geduld und Ressourcenbindung seitens des Spielers voraussetzt.
Ein wesentliches Novum in der Legion-Küche ist die Einführung von „Speck“ (im Englischen „Bacon“). Dieser dient nicht nur als Zutat, sondern als Mechanik zur Verlängerung der Dauer von Nahrungseffekten, was eine strategische Neuerung im Umgang mit Verpflegung darstellt. Die Herstellung von Speck erfordert spezifische Komponenten, die ausschließlich über Weltquests erhältlich sind, was die Bedeutung der täglichen Aktivitäten unterstreicht.
Das Rangsystem und die Rolle von Namus
Das Kernprinzip der Rezeptverbesserung in Legion ist das Rangsystem. Um ein Rezept von Rang 1 auf Rang 2 bzw. Rang 3 zu verbessern, sind spezifische Mengen an Zutaten oder Komponenten erforderlich. Die Datenlage ist hierbei eindeutig: Für Rang 2 sind vier Einheiten einer bestimmten Komponente pro Rezept erforderlich, während für Rang 3 drei Einheiten benötigt werden.
Der Prozess des Rezeptlernens ist eng an den NPC Namus geknüpft. Nachdem der Spieler sein erstes Rezept in Legion erhalten hat, wird die Quest „Zu viele Köche“ aktiviert. Diese führt den Spieler zu Namus nach Dalaran. Die folgenden Quests und das „Forschen“ an Rezepten sind jedoch nicht deterministisch. Die Quellen betonen, dass Nachforschungen nicht garantieren, dass ein Rezept sofort erlernt wird. Dies impliziert einen glücksbasierten Mechanismus (RNG), der Geduld erfordert.
Die Questreihe, die mit König Mrgl-Mrgl im nördlichen Flugpunkt von Hochberg beginnt, ist ein Beispiel für eine verknüpfte Kette von Aufgaben, die nicht nur Rezepte, sondern auch nützliche Buffs wie einen Tauch-Buff für die Azurwindbucht belohnen. Solche Verknüpfungen zeigen, dass die kulinarische Erfahrung in Legion tief in die Weltmechaniken integriert ist.
Neue Mechaniken: Speck und Verlängerung von Buffs
Die Einführung von Speck markiert einen Wendepunkt in der Verwaltung von Nahrungsmittelbuffs. In früheren Erweiterungen beschränkte sich der Nutzen von Speisen meist auf die Dauer des Buffs selbst. In Legion ermöglicht der Verzehr von „Knusprigem Schinken“, die Dauer des aktiven Nahrungsmittelvorteils um jeweils eine Stunde zu verlängern, bis zu einem Maximum von sechs Stunden.
Die Herstellung von Knusprigem Schinken erfordert zwei Zutaten: Speckscheiben und Dalapeno Pfeffer. Die Beschränkung auf Speckscheiben, die nur durch Küchen-Weltquests erhältlich sind und als sehr begrenzt beschrieben werden, stellt eine wichtige Ressourcenüberlegung dar. Diese Quests erscheinen auf den Karten der Broken Isles, sobald das Kochlevel in Legion höher als 100 ist. Es wird explizit davor gewarnt, Speckscheiben zu verschwenden, da der Verlust eines Charakters den verlängerten Buff verlieren lässt – ein Risiko, das bei der Aktivierung von bis zu sechs Stunden Dauer bedacht werden muss.
Kategorisierung von Rezepten und deren statistische Werte
Die verfügbaren Rezepte lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen, die sich durch die Höhe der gewährten statistischen Werte unterscheiden. Diese Werte sind entscheidend für die Leistung in Gruppeninhalten und Raidkämpfen.
Normale und verbesserte Gerichte (225 und 300 Statistik)
Die Grundstufe bilden normale Gerichte mit 225 Sekundärwerten. Beispiele hierfür sind „Getrocknete Makrelenstreifen“ (Gesundheits- und Manawiederherstellung) oder „Bärentartar“ (erhöhte Bewegungsgeschwindigkeit nach dem Töten eines Feindes). Besonders hervorzuheben ist „Gewürzter Ripnenbraten“, der die Fähigkeit verleiht, Feuerbälle zu werfen – ein Beispiel für einen kampforientierten Nebeneffekt, der über reine Statistiken hinausgeht.
Die verbesserten Gerichte bieten 300 Statistikpunkte. Hierzu zählen: * Koj-duftender Sturm: Gewährt 300 Vielseitigkeit. * Ley Grillrippchen: Gewährt 300 Kritischen Trefferwert. * Barrakuda à la Mrglgagh: Gewährt 300 Meisterschaft.
Diese Rezepte sind oft an spezifische Quests oder Drops gebunden. Beispielsweise wird das Rezept für Ley Grillrippchen durch das Besiegen des Seltenen „Myonix“ (Koordinaten 40.8, 32.8 in Suramar) erworben.
Überlegene Gerichte (375 Statistik)
Die höchste Stufe der statistischen Verpflegung bietet 375 Sekundärwerte. Diese Rezepte sind oft an Endgame-Aktivitäten oder spezielle Händler geknüpft. * Azshari-Salat: +375 Tempo. * Fischauswahl mit Körnerkruste: +375 Vielseitigkeit. * Delikatessenplatte der Nachtgeborenen: +375 Meisterschaft. * Der hungrige Magister: +375 Kritischer Trefferwert.
Einige dieser Rezepte, wie der „Azshari-Salat“, befinden sich in der „Nomis Testküche“, was erneut die Verbindung zum NPC Namus unterstreicht. Andere, wie das „Würzige Falkosaurieromelett“, das nach dem Tod von Gegnern schnelleres Laufen und Angriffsgeschwindigkeit gewährt, werden über Händler (Marin Klingenflügel in Aszuna) für 1000 Gold verkauft.
Festmahle
Festmahle stellen eine Sonderkategorie dar, die der gesamten Gruppe zugutekommt. Die Herstellung erfordert eine spezifische Anzahl an Gerichten der jeweiligen Kategorie (normal, verbessert, überlegen). * Herzhaftes Festmahl: Erhöht den höchsten Sekundärwert um 150 Punkte. * Üppiges Festmahl von Suramar: Erhöht den höchsten Sekundärwert um 200 Punkte.
Die Materialkosten für Festmahle sind hoch: Für Rang 1 sind 5 Gerichte jeder Art erforderlich, für Rang 2 vier und für Rang 3 drei. Dies macht Festmahle zu einem wertvollen Gut, das gezielt für schwere Inhalte wie Raids eingesetzt werden sollte.
Zutatenbeschaffung und Berufsinteraktion
Die Qualität der zubereiteten Speisen hängt direkt von der Verfügbarkeit der Rohstoffe ab. Die Quellen unterscheiden klar zwischen Fischen, die über die Fischerei erlangt werden, und Komponenten, die von Kreaturen fallen oder durch andere Berufe gewonnen werden.
Fischquellen
Eine robuste Fischerei-Fertigkeit wird dringend empfohlen, da sie die Abhängigkeit vom Auktionshaus verringert. Wichtige Fischarten für die Rezepte sind: * Mooskiemenbarsch * Silbermakrele * Verfluchter Königinfisch * Sturmstrahl * Runenschuppen-Koi * Schwarzer Barrakuda * Hochgebirgslachs
Diese Fische sind in verschiedenen Gewässern der Broken Isles zu finden. Das Guide erwähnt explizit, dass das Töten von Feinden während der Fischerei die Ausbeute durch Verzauberung der Schulterpolster mit „Harvester's Boon“ erhöhen kann.
Kreaturen und Handwerksmaterialien
Neben Fischen fallen Zutaten von Kreaturen. Einige Rezepte erfordern seltene Materialien, die aus anderen Berufen stammen. Beispiele für Kräuterkunde-Zutaten sind Traumblatt, Fjärnskaggl, Fuchsblume, Aethril, Yseraline Samen und Sternenlicht. Ein Beispiel für ein Material aus Schmuck ist das Edelsteinstück.
Besonders relevant für die Transmutation durch Alchemie sind folgende Komponenten, die in der Küche Verwendung finden: * Wildvogelei * Ley Blood * Große, stark schmeckende Rippen * Fettbärensteak * Lean Corvo
Die Guides weisen darauf hin, dass diese Materialien auf Auktionen oft höher bewertet sind oder an einen Alchemisten-Charakter weitergegeben werden sollten.
Spezifische Rezeptquellen
Die Beschaffung der Rezepte selbst folgt oft ungewöhnlichen Pfaden, die Erkundung erfordern: * Tartar tragen: Rang 1, fällt von Seltsamen Mordvigbjörn in Stormheim. * Suramar-Eintopf: Rang 1, erfordert das Sammeln und Kombinieren zweier Rezeptfragmente (coc y Rezept: weg) von Feinden in Suramar. * Stormray mit Koi-Duft: Rang 1, wird verkauft von Markus Hjbruk nach Abschluss der Handlung „Der Jarl von Janvik“ in Suramar. * Lachs nach Drogbar-Art: Rang 1, fällt von jedem Drogbar-Feind auf Monte Alto.
Das Rezept „Lachs Drogbar“ (wahrscheinlich identisch mit „Lachs nach Drogbar-Art“) wird als World Drop beschrieben, mit einer guten Chance bei Splittermeister Azurrogg in der Höhle in Hochberg (53.0, 53.5). Diese Verbreitung über verschiedene Gebiete und Gegnertypen unterstreicht die Notwendigkeit einer aktiven Teilnahme an der Welt des Spiels.
Strategische Empfehlungen für den Koch
Basierend auf den gesammelten Informationen ergeben sich klare Handlungsanweisungen für einen angehenden Legion-Koch.
- Nutzung von Handwerkskomponenten: Es ist essenziell, keine Handwerkskomponenten zu ignorieren. Sie sind nicht nur für das Kochen nützlich, sondern auch für die Forschung (Nachforschungen), die zum Erhalten höherer Rangstufen notwendig ist.
- Berufskombination: Die Kombination aus Kochen und Kräuterkunde wird als besonders rentabel beschrieben. Sie ermöglicht die Eigenversorgung mit Zutaten für die überlegenen Mahlzeiten.
- Ressourcenmanagement: Da Speckscheiben (für die Buff-Verlängerung) stark limitiert sind, sollten diese mit Bedacht eingesetzt werden. Das Guide rät explizit, „Knusprigen Schinken“ nicht zu verschwenden.
- Auktionshaus: Das Auktionshaus spielt eine wichtige Rolle für den Erwerb von Fischen und seltenen Zutaten, falls die eigenen Berufe dies nicht abdecken.
Fazit
Die Küche in Legion ist ein komplexes System, das über das reine Zubereiten von Speisen hinausgeht. Sie ist eine Mischung aus Questing, Ressourcenmanagement und strategischer Vorbereitung auf Kämpfe. Das Rangsystem und die Einführung von Speck als Mechanik zur Buff-Verlängerung bieten langfristige Ziele und neue taktische Möglichkeiten. Erfolg in diesem Beruf erfordert Geduld bei den Nachforschungen von Namus, Sorgfalt bei der Beschaffung von Rohstoffen und Wissen über die spezifischen Quellen der Rezepte, die von verstreuten Händlern bis hin zu seltenen Drops in den Tiefen von Suramar und Hochberg reichen.
Schlussfolgerung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die kulinarischen Möglichkeiten in Legion durch eine starke Verbindung zwischen Berufen, Weltquests und spezifischen Gegnern definiert werden. Die Vielfalt der verfügbaren Speisen, unterteilt in normale, verbesserte, überlegene und festliche Gerichte, ermöglicht es Spielern, ihre Charaktere je nach Bedarf mit präzisen Werten zu optimieren. Die strategische Tiefe, die durch die Beschränkung von Ressourcen wie Speckscheiben und die Notwendigkeit der Forschung für Rezeptverbesserungen entsteht, macht den Beruf zu einem relevanten Bestandteil des Endgames. Letztlich ist die Beherrschung der Legion-Küche ein Beweis für die Fähigkeit eines Spielers, Ressourcen effizient zu nutzen und die Welt aktiv zu erkunden, um die besten gastronomischen Errungenschaften der Broken Isles zu erschaffen.