Klassische DDR-Gebäcke: Biskuitböden, Rollen und Plätzchen mit Marmelade und Schokolade

Der Schnaps-Kuchen und die Biskuitrolle zählen zu den typischen Backwaren aus der DDR-Küche, die durch einfache Zutaten und praktische Zubereitung gekennzeichnet sind. Diese Rezepte wurden häufig bei Familienfeiern, Kaffeekränzchen oder im Alltag serviert. Der Schnaps-Kuchen kombiniert einen Biskuitboden mit Buttercreme, Butterkeksen, die mit Weinbrand beträufelt werden, und einer Schokoladenglasur. Die Biskuitrolle bot Flexibilität durch verschiedene Füllungen wie Marmelade oder Buttercreme und war aufgrund geringem Materialeinsatzes beliebt. Ergänzend finden sich Rezepte für Schokoladenplätzchen, die mit Konfitüre gefüllt und mit Schokoladenglasur überzogen werden. Diese Gebäcke spiegeln die Anpassungsfähigkeit der DDR-Küche wider, die unter Bedingungen eingeschränkter Verfügbarkeit kreative Lösungen nutzte.

Der Schnaps-Kuchen: Ein Blechkuchen für große Runden

Der Schnaps-Kuchen ist ein saftiger Blechkuchen, der Erinnerungen an die DDR-Zeit weckt. Er wurde oft bei großen Feiern oder Familienfesten angeboten und zeichnet sich durch seine Schichtung aus Biskuit, Buttercreme, Keksen und Schokoladenglasur aus. Die Zubereitung beginnt mit der Herstellung eines Puddings als Basis für die Creme. Drei Esslöffel Milch werden mit Puddingpulver glattrühren. Die restliche Milch mit Zucker aufkochen, das angerührte Puddingpulver einrühren und unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Der fertige Pudding kommt in eine Schüssel, wird mit Frischhaltefolie abgedeckt, um keine Haut entstehen zu lassen, und abkühlen gelassen.

Parallel dazu der Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Eier, Zucker und Vanillezucker etwa 10 Minuten mit einem Handrührgerät schaumig schlagen. Mehl, Backpulver und Salz mischen, in die Eiermasse sieben und vorsichtig unterheben. Den Teig auf das Backblech streichen und 15–20 Minuten backen. Den Biskuitboden auskühlen lassen.

Für die Buttercreme die weiche Butter etwa 10 Minuten mit dem Mixer aufschlagen, bis sie hell und cremig ist. Den abgekühlten Pudding löffelweise unterrühren. Die Buttercreme auf den Biskuitboden streichen. Butterkekse mit Weinbrand beträufeln oder kurz eintunken und gleichmäßig auf der Buttercreme verteilen. Für die Schokoladenglasur das Kokosfett bei niedriger Hitze schmelzen, in eine Schüssel geben, Puderzucker und Kakao unterrühren.

Diese Schichtung ergibt einen Kuchen, der durch die Kombination von weichem Biskuit, cremiger Füllung und knackigen Keksen eine texturielle Vielfalt bietet. Die Verwendung von Weinbrand für die Kekse verleiht eine aromatische Note, die typisch für festliche Anlässe in der DDR war. Die Glasur aus Kokosfett, Puderzucker und Kakao sorgt für eine glänzende Oberfläche und intensiven Schokoladengeschmack.

Zutat Menge Funktion
Milch Restliche Menge nach 3 EL Basis für Pudding
Puddingpulver Passend zu 3 EL Milch Bindemittel für Creme
Zucker Nach Bedarf Süßung
Eier Nicht spezifiziert Basis für Biskuit
Vanillezucker Nicht spezifiziert Aroma
Mehl Nicht spezifiziert Struktur für Biskuit
Backpulver Nicht spezifiziert Auftrieb
Salz Prise Geschmacksausgleich
Butter Weiche Menge Creme-Basis
Butterkekse Menge für Schicht Texturkontrast
Weinbrand Zur Beträufelung Aroma für Kekse
Kokosfett Schmelzmenge Glasurbasis
Puderzucker Unterrühren Süßung Glasur
Kakao Unterrühren Schokoladengeschmack

Die genauen Mengen sind in den Quellen nicht vollständig angegeben, was auf die Flexibilität der Rezepte in der DDR hinweist, wo Haushalte nach Verfügbarkeit anpassten. Der Kuchen eignet sich für große Runden, da er auf einem Blech gebacken wird und leicht portionierbar ist.

Die Biskuitrolle: Ursprung, Zubereitung und Varianten

Die Biskuitrolle war in der DDR eines der beliebtesten selbst gebackenen Gebäcke. Sie fand bei Familienfeiern, Kaffeekränzchen und im Alltag Verwendung. Ihr Vorteil lag in der schnellen Zubereitung, dem geringen Materialeinsatz und der variablen Füllung. Der typische Teig bestand aus Eiern, Zucker, Mehl und gelegentlich Backpulver, ohne Butter, Milch oder Sahne, was ihn ökonomisch machte.

Der luftige Teig wird auf einem Backblech dünn ausgestrichen, gebacken und noch warm auf ein gezuckertes Küchentuch gestürzt. Direkt aufgerollt, um später keine Risse zu bekommen. Nach Abkühlen aufklappen, mit Füllung bestreichen und erneut rollen. Fertig mit Puderzucker bestäuben oder Schokoladenglasur überziehen.

Der Ursprung liegt nicht in der DDR, sondern im 19. Jahrhundert als Teil der europäischen Konditoreikunst. In deutschsprachigen Kochbüchern als „Roulade“ oder „Biskuitroulade“ bekannt. In der Nachkriegszeit und DDR gewann sie durch Mangelwirtschaft an Bedeutung. Anpassungen machten sie mit vorhandenen Zutaten machbar. In Haushaltsbüchern wie „Wir kochen gut“ vertreten.

Typische Füllungen orientierten sich an Verfügbarkeit. Gängig: Marmelade aus Erdbeere, Himbeere oder Johannisbeere, oft selbst eingekocht. Diese Variante benötigte keine Kühlung, war schnell und lagerfähig. Buttercreme aus Butter, Zucker und Pudding für besondere Anlässe, da Butter knapp war. Quark oder Frischkäse mit Zucker, Vanille und Zitronenschale im Sommer als leichtere Option. Fruchtiger mit Kompott wie Sauerkirschen oder Pfirsich. Kakaorolle durch Kakao im Teig für Muster. Schokoladenglasur, wenn Kuvertüre verfügbar.

Ein Rezeptbeispiel für Biskuitrolle:

Zutat Menge
Eier 4
Wasser 4 Esslöffel
Zucker 150 g
Vanillezucker 1 Packung
Stärke 70 g
Mehl 70 g
Backpulver 1 Teelöffel
Schlagsahne 600 g
Sahnesteif 2 Packungen
Kakao 2 Esslöffel

Diese Zutaten ermöglichen eine cremige Füllung mit Sahne und Kakao. Die Rolle überdauerte die DDR und bleibt in Rezeptsammlungen beliebt wegen Anpassungsfähigkeit und Geschmacksvielfalt.

In der DDR-Küche symbolisiert die Biskuitrolle Genuss unter einfachen Bedingungen. Die Technik des warmen Rollens verhindert Risse und erhält die Form. Varianten wie Marmeladenfüllung waren alltagstauglich, während Buttercreme festlicher war. Die Möglichkeit, Schokoladenglasur zu verwenden, wenn Kakao oder Kuvertüre vorrätig, unterstreicht die Kreativität.

Schokoladenplätzchen: Ein weiteres DDR-Gebäck mit Füllung

Schokoladenplätzchen sind ein klassisches Rezept aus der DDR-Zeit, das Mehl, Kakao, Puderzucker und weitere Zutaten kombiniert. Sie werden mit Konfitüre oder Marmelade gefüllt und mit Schokoladenglasur überzogen. Die Zubereitung beginnt mit Vermischen von 210 g Mehl, 20 g Kakao (durchgesiebt), 70 g Puderzucker, 1 Päckchen Vanillinzucker, etwas Zimt, 40 g Nüssen (gemahlen) und Zitronenschale (abgerieben). Geraspelte Butter (140 g) zugeben, alles verarbeiten und auf mehlbestäubtem Brett ausrollen. Plätzchen ausstechen, auf gefettetes Blech legen und hellgelb backen. Nach Auskühlen zwei Plätzchen mit Konfitüre verbinden und mit Schokoladenglasur überziehen.

Die Schokoladenglasur bereitet man aus 150 g Puderzucker und 5 Esslöffeln Wasser zu, kocht bis Bläschen bilden. Sirup über 50 g erweichte Schokolade gießen, glattrühren, 10 g Butter zugeben. Bei zu dickem Konsistenz aufkochen und 1 Teelöffel heißes Wasser hinzufügen.

Dieses Rezept stammt nach Angabe aus „Mária Hajková – Múcniky, Verlag PRÁCA, Bratislava, Verlag für die Frau, Leipzig, 2. Auflage 1977“, was es als authentisch kennzeichnet. Die Füllung mit Konfitüre verbindet zwei Plätzchen, was eine sandwichartige Struktur schafft. Zimt und Zitronenschale verleihen Aroma, Nüsse Textur.

Zutat für Teig Menge Zutat für Glasur Menge
Mehl 210 g Puderzucker 150 g
Kakao 20 g Schokolade 50 g
Puderzucker 70 g Butter 10 g
Vanillinzucker 1 Päckchen Wasser 5 EL + ggf. 1 TL
Zimt etwas
Nüsse 40 g
Zitronenschale Abgerieben
Butter 140 g
Konfitüre/Marmelade Zur Füllung

Die hellgelbe Backfarbe erhält den Kakao-Geschmack ohne Verbrennung. Die Glasur-Technik mit Sirup sorgt für Glätte.

Gemeinsame Elemente in DDR-Rezepten: Biskuit, Marmelade und Schokolade

DDR-Rezepte wie Schnaps-Kuchen, Biskuitrolle und Schokoladenplätzchen teilen Zutaten wie Biskuitteig, Marmelade, Buttercreme und Schokoladenglasur. Biskuit aus Eiern, Zucker, Mehl und Backpulver ist basisch und vielseitig. Marmelade, oft selbst eingekocht aus Erdbeere, Himbeere oder Johannisbeere, dient als Füllung ohne Kühlbedarf. Schokoladenglasur aus Puderzucker, Kakao, Schokolade oder Kokosfett finalisiert viele Varianten.

In der DDR war die Verfügbarkeit entscheidend. Butterkekse im Schnaps-Kuchen mit Weinbrand, Kekse in Plätzchen mit Nüssen. Ostalgie assoziiert diese Rezepte mit Kindheit und Festen. Websites wie ddr-rezepte.de bieten Rubriken zu Frühstück, Mittag, Kaffee und Kuchen, inklusive Schneewittchenkuchen oder Eierkuchen.

Die Anpassungsfähigkeit zeigt sich: Biskuitrolle ohne Sahne, Plätzchen mit gemahlenen Nüssen statt ganzer. Glasuren variieren je nach Zutaten.

Zubereitungstechniken im Detail

Für Biskuit: Eiermasse 10 Minuten schaumig schlagen für Luftigkeit. Vorsichtiges Unterheben von Mehl vermeidet Klümpchen. Backzeit 15–20 Minuten bei 180 °C.

Buttercreme: Butter hellcremig aufschlagen, Pudding löffelweise einrühren für Emulsion.

Glasur: Niedrige Hitze für Kokosfett, Rühren bis glatt. Für Plätzchen: Sirup kochen, über Schokolade.

Rolltechnik: Warm rollen gegen Risse.

Diese Techniken sind einfach, erfordern Standardgeräte wie Handrührer.

Historischer Kontext und Beliebtheit

Die Biskuitrolle entwickelte sich im 19. Jahrhundert, in DDR durch Mangel populär. Schnaps-Kuchen für Feiern. Plätzchen aus Kochbüchern wie 1977-Ausgabe. Bleibende Beliebtheit durch Wirtschaftlichkeit und Geschmack.

Rubriken auf DDR-Rezepte-Seiten umfassen Kaffee und Kuchen mit Muckefuck-Kaffee, Trinkschokolade.

Anpassungen und Lagerung

Marmeladenfüllung lagerfähig. Buttercreme kühl lagern. Kekse eintunken für Saftigkeit.

Varianten: Kakaoteig marmorieren.

Variante Füllung Glasur
Biskuitrolle Standard Marmelade Puderzucker
Festlich Buttercreme Schokolade
Sommer Quark mit Zitrone Keine
Plätzchen Konfitüre Schokolade

Praktische Tipps aus den Rezepten

Pudding abdecken gegen Haut. Teig dünn streichen. Kekse nicht zu lange einweichen.

Schlussfolgerung

Der Schnaps-Kuchen, die Biskuitrolle und Schokoladenplätzchen verkörpern die DDR-Küche mit einfachen Zutaten wie Eiern, Mehl, Marmelade und Schokolade. Sie ermöglichen Genuss bei Feiern und Alltag durch Varianten und Techniken wie schaumiges Schlagen oder Schichtung. Die Rezepte betonen Ökonomie und Anpassung, bleiben bis heute relevant für kulinarische Traditionen.

Quellen

  1. Perfekt für große Runden: Schnaps-Kuchen nach originalem DDR-Rezept
  2. DDR-Rezept: Biskuitrolle
  3. DDR-Rezepte.de
  4. Schokoladenplätzchen

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