Traditionelle Weihnachtskekse: Authentische Rezepte aus dem Weinviertel
Weihnachtskekse bilden eine zentrale Tradition in der österreichischen Kulinarik, insbesondere in Regionen wie dem Weinviertel. Die Rezepte von Elisabeth Lust-Sauberer, einer Seminarbäuerin aus dem Weinviertel, stehen im Mittelpunkt zahlreicher Familienrituale. Diese Kekse verbinden Generationen durch das gemeinsame Backen und die Verwendung bewährter Zutaten wie Mehl, Butter, Nüsse und Gewürze. Die Zubereitung umfasst typischerweise das Kneten von Teigen, Rasten lassen im Kühlschrank, Ausrollen oder Formen sowie Backen bei moderaten Temperaturen. Variationen reichen von süßen Klassikern wie Vanillekipferl über Lebkuchen bis hin zu pikanten Keksen und gefüllten Varianten. Die Rezepte betonen Frische, natürliche Aromen durch Rösten von Nüssen oder Zugabe von Zitronenschale und sind für den Hausgebrauch geeignet. Sie stammen aus Kochbüchern wie „Süße Bauernweihnacht“ und ORF-Sendungen, die das Backen als stimmungsvolle Aktivität darstellen.
Pikante Kekse
Pikante Kekse stellen eine Abwechslung zu den üblichen süßen Weihnachtsgebäcken dar. Das Rezept von Elisabeth Lust-Sauberer aus der ORF-Sendung „Studio 2“ vom 21. Dezember verwendet folgende Zutaten für eine herzhafte Variante:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Glattes Mehl | 340 g |
| Butter | 250 g |
| Geriebener Käse | 110 g |
| Eier | 2 |
| Salz | Nach Bedarf |
| Weinsteinbackpulver | Etwas |
| Muskatnuss | Nach Bedarf |
Die Zubereitung beginnt mit dem Vermengen aller Zutaten zu einem Teig. Dieser Teig rastet etwa eine Stunde kühl. Anschließend wird er auf circa 2 mm Dicke ausgerollt, und Kekse werden ausgestochen. Vor dem Backen werden die Kekse mit Ei bestrichen und mit Körnern wie Mohn, Sesam, Paprika oder zusätzlichem Käse bestreut. Das Backen erfolgt bei 160 Grad für etwa 10 Minuten. Eine Option besteht darin, die Kekse mit Frischkäse zu füllen, wobei nur das obere Keksstück bestreut wird. Diese Methode sorgt für eine knusprige Textur und würzigen Geschmack, der durch den geriebenen Käse und die Gewürze entsteht. Die Temperatur von 160 Grad gewährleistet ein helles Backergebnis ohne Verbrennen.
Dieses Rezept eignet sich für den Advent, da es eine salzige Alternative zu süßen Keksen bietet und einfach zuzubereiten ist. Die Kühlphase stabilisiert den Teig, was das Ausrollen erleichtert und eine gleichmäßige Dicke ermöglicht.
Vanillekipferl
Vanillekipferl zählen zu den klassischen Weihnachtskeksen und werden in mehreren Varianten beschrieben. Elisabeth Lust-Sauberer teilt in ihrem Kochbuch „So schmeckt das Weinviertel“ und weiteren Quellen Rezepte, die auf Oma-Traditionen basieren.
Eine Variante aus einer ORF-Sendung verwendet:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Mehl | 27 dag |
| Butter | 20 dag |
| Geriebene Nüsse | 10 dag |
| Staubzucker | 6 dag |
| Vanillezucker | 1 Päckchen |
Zubereitung: Staubzucker und Vanillezucker zum Wälzen vermischen und beiseitestellen. Die restlichen Zutaten rasch zu einem Teig kneten, kurz kühl rasten lassen. Den Teig zu 2-3 cm dicken Rollen formen, kleine Stücke abschneiden und zu Kipferln formen. Bei etwa 180 Grad backen und noch heiß in das Zucker-Gemisch wälzen.
Eine erweiterte Version von Elisabeth Lust-Sauberer aus ihrer Oma-Tradition fügt einen Eidotter hinzu, um den Teig leichter verarbeiten zu lassen:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Fein geriebene Nüsse | 110 g |
| Butter | 210 g |
| Staubzucker | 80 g |
| Mittelgroßer Eidotter | 1 |
| Vanillezucker | 1 EL |
| Abgeriebene Schale von 1 Zitrone | - |
| Salz | 1 Prise |
| Glattes Mehl | 250 g |
| Staub- und Vanillezucker zum Wälzen | - |
Zubereitung: Nüsse ohne Fett in einer Pfanne anrösten, abkühlen lassen. Butter, Staubzucker, Eidotter, Vanillezucker, Zitronenschale und Salz verkneten. Mehl und Nüsse einarbeiten. Teig in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kühlen. Danach Kipferl formen, backen und heiß in Zucker wälzen. Die kleinen, einheitlichen Formen und das Verstecken in Dosen bis Heiligabend unterstreichen die traditionelle Handhabung. Das Rösten der Nüsse intensiviert das Aroma, und die Zitronenschale sorgt für Frische.
Beide Varianten teilen Gemeinsamkeiten wie das Kneten, Rasten und Wälzen, unterscheiden sich jedoch in der Zugabe von Ei und Zitronenschale. Die Backtemperatur variiert leicht zwischen 180 Grad und implizit ähnlichen Werten, was auf Anpassung an Öfen hinweist.
Lebkuchen-Rezepte
Lebkuchen-Varianten bieten schnelle Zubereitungsoptionen für die Weihnachtszeit. Das „Ruck-Zuck-Lebkuchen“-Rezept trennt trockene und flüssige Zutaten:
Trockene Zutaten: - 35 dag Mehl (vorzugsweise Dinkelmehl) - 1 Päckchen Backpulver - 20 dag Staubzucker - 1 Päckchen Vanillezucker - 15 dag gehackte Trockenfrüchte - 10 dag gemahlene Nüsse - 2 TL Lebkuchengewürz - 1 Kleingehäufter TL Kakao - Zitronen- und/oder Orangenschale
Flüssige Zutaten: - ¼ l Milch - 15 dag flüssige Butter - 2 EL Waldhonig - 4 Eier
Zubereitung: Trockene Zutaten verrühren, flüssige vermengen und untermischen. Masse auf befettetes oder backpapierbelegtes Blech geben, bei 180 Grad 15-20 Minuten backen. Danach mit Schokoglasur überziehen oder mit Staubzucker bestreuen. Dieses Rezept ermöglicht eine rasche Herstellung ohne langes Rasten.
Eine weitere Variante, „Lebkuchen, der gleich weich ist“, verwendet:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Roggenmehl | 900 g |
| Geriebene Nüsse | 300 g |
| Staubzucker | 400 g |
| Honig | 120 g |
| Lebkuchengewürz | 2 EL |
| Natron | 1 EL |
| Eier | 6 |
| Zitronenschale | Nach Bedarf |
Zubereitung: Teig kneten, 1 cm dick ausrollen, ausstechen und bei 160 Grad Ober-/Unterhitze hell backen. Die Verwendung von Roggenmehl und Natron sorgt für Weichheit direkt nach dem Backen.
Diese Rezepte heben die Flexibilität hervor, mit Optionen wie Dinkelmehl oder Roggenmehl und Gewürzen für typischen Lebkuchengeschmack.
Spitzbuben
Spitzbuben sind gefüllte Mürbteigkekse mit Marillenmarmelade:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Mehl | 280 g |
| Butter | 210 g |
| Zucker | 110 g |
| Eidotter | 2 |
| Geriebene Zitrone | Etwas |
| Marillenmarmelade | Ca. 250 ml |
| Staubzucker | - |
Zubereitung: Mürbteig herstellen, kühl rasten lassen, 2 mm dick ausrollen. Hälfte der Kekse mit Loch ausstechen. Auf backpapierbelegtes Blech setzen, bei 180 Grad 12 Minuten hell backen. Auskühlen, ungelochte Hälften mit Marmelade bestreichen, gelochte obendraufsetzen und mit Staubzucker bestäuben. Die Zitronenabrieb verleiht Frische, die Füllung Struktur.
Schnelles veganes Früchtebrot
Als blechbasierte Alternative ein veganes Früchtebrot:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Mehl | 200 g |
| Zucker | 80 g |
| Dörrzwetschken | 50 g |
| Datteln | 150 g |
| Rosinen | 100 g |
| Nüsse | 100 g |
| Zimt | 1 Prise |
| Kohlensäurehaltiges Mineralwasser | 250 ml |
| Butter für die Form | - |
Zubereitung: Mehl mit kleingeschnittenen Früchten, Nüssen und Zimt verrühren, Mineralwasser untermischen. In befettete Kastenform füllen, bei 200 Grad 45 Minuten backen, auskühlen. Die Kohlensäure erleichtert das Aufgehen ohne Eier.
Tipps zum Backen und Lagern von Blechplätzchen
Für Blechrezepte wie Lebkuchen oder Früchtebrot gelten spezifische Techniken. Den Teig warm am Blech schneiden, um Absplittern zu vermeiden. Stücke schnell portionieren und am Blech auskühlen lassen. Lagern in luftdicht verschließbaren Dosen an kühlem Ort; bei mehreren Lagen Backpapier dazwischenlegen, um Kleben zu verhindern. Diese Maßnahmen sorgen für gleichmäßiges Backen und Frischeerhalt.
Kochbücher und Traditionen
Elisabeth Lust-Sauberer betont in „Süße Bauernweihnacht“ den Vorteil selbstgebackener Kekse: Genaue Kenntnis der Inhaltsstoffe im Gegensatz zu gekaufter Ware. Das Buch enthält Familienrezepte mit stimmungsvollen Texten und Fotos. „Kipferl & Busserl“ von Ingrid Pernkopf ergänzt mit Klassikern wie Zimtsternen, Anisbusserl, Elisenlebkuchen und Vanillekipferl, gefüllt mit Trockenfrüchten, Nüssen, Marmelade oder Cremes. Tipps eignen sich für Einsteiger.
Das Backen gemeinsam ist eine Tradition für Alt und Jung, die Vorfreude schürt. Rezepte wie Vanillekipferl wecken Kindheitserinnerungen, mit kleinen, einheitlichen Formen und Verstecken bis Heiligabend.
Variationen und Anpassungen
Die Rezepte erlauben Anpassungen, wie Dinkelmehl in Lebkuchen oder Rösten von Nüssen in Kipferl. Füllungen wie Frischkäse in pikanten Keksen oder Marmelade in Spitzbuben erweitern die Palette. Backtemperaturen zwischen 160 und 200 Grad und Zeiten von 10 bis 45 Minuten passen sich der Konsistenz an: Hell backen für Zartheit.
Insgesamt umfassen die Rezepte Mürbteige, die durch Butter und Zucker knusprig werden, sowie gewürzte Massen mit Honig und Nüssen. Das Rasten im Kühlschrank ist wiederkehrend, um Formstabilität zu gewährleisten.
Schlussfolgerung
Die vorgestellten Rezepte von Elisabeth Lust-Sauberer und verwandten Quellen unterstreichen die Bedeutung traditioneller Weihnachtskekse im Weinviertel. Von pikanten Varianten über Vanillekipferl und Lebkuchen bis zu gefüllten Spitzbuben und veganem Früchtebrot bieten sie Vielfalt für den Hausgebrauch. Wichtige Techniken wie Kneten, Rasten, Ausrollen, helles Backen und richtiges Lagern sorgen für optimale Ergebnisse. Diese Rezepte fördern familienübergreifendes Backen und bewahren kulinarische Traditionen.
Quellen
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