Elisabeth Ruckser: „Aus Omas Kochbuch“ – Erhaltung fast vergessener Rezepte aus dem Alpenraum

Einleitung

„Aus Omas Kochbuch. Fast vergessene Rezepte“ ist ein Buch, das sich durch seine besondere Herangehensweise und die Art der Rezepterfassung hervorragend auszeichnet. Elisabeth Ruckser hat sich auf die Suche nach regionalen, überlieferten Rezepten aus dem Alpenraum begeben, wobei sie in enger Zusammenarbeit mit Einwohnern Österreichs und Süddeutschlands arbeitete. Jedes Rezept wird in dem Buch in Kombination mit einer persönlichen Geschichte vorgestellt, was es zu einem einzigartigen Erlebnis macht. Die Rezepte, die in diesem Buch erscheinen, stammen aus einer Vielzahl von Regionen, darunter Südtirol, Vorarlberg, das Burgenland und Bayern. Sie sind oft in der lokalen Sprache verfasst und bieten dem Leser einen Einblick in traditionelle Kochkunst, die heute oft in Vergessenheit geraten ist. Mit der Veröffentlichung des Buches 2017 und in der dritten Auflage 2021 hat Ruckser eine wertvolle Sammlung kulinarischer Erbstücke gesichert.

Der Entstehungsgeschichte des Buches

Elisabeth Ruckser, freie Journalistin und Autorin, hat sich seit fast zwanzig Jahren mit dem Thema hochwertiger Lebensmittel beschäftigt. 2016 gründete sie die »Erste Waldviertler Biobackschule«, und sie schreibt regelmäßig für das Magazin Servus in Stadt und Land. Die Idee zu „Aus Omas Kochbuch“ entstand im Rahmen der Arbeit für dieses Magazin. Monatlich veröffentlichte das Magazin Rezepte aus dem Fundus seiner Leserinnen und Leser. Diese Rezepte, sogenannte „kulinarische Erbstücke“, entstanden über Generationen und stammen aus dem gesamten Alpenraum. Erstmals wurden diese Rezepte in einem Buch zusammengefasst. Das Buch entstand also nicht aus einem geplanten Projekt, sondern als sorgfältige Zusammenstellung von Leserbeiträgen, die über die Zeit anwuchsen und schließlich eine systematische Form erhielten.

Ruckser arbeitete dabei mit einem Team von Menschen zusammen, die in ihrer Region nach Leuten suchten, die traditionelle Rezepte noch kannten und praktisch weitergaben. Die Rezepte wurden nicht einfach niedergeschrieben, sondern mit der Geschichte und dem Kontext verbunden, der sie umgibt. Jedes Rezept wird in dem Buch über zwei Seiten präsentiert: auf der linken Seite steht die persönliche Geschichte, auf der rechten Seite die Kochanleitung. Die Rezepte sind meist kurz und knapp, ohne auf komplizierte Kochtechniken oder seltene Zutaten zurückzugreifen. Dieser Ansatz macht das Buch besonders zugänglich für Einsteiger in die Kochkunst.

Struktur und Inhalt des Buches

Das Buch ist in verschiedene Kategorien gegliedert, wodurch der Leser gezielt nach Rezepten suchen kann. Die Kategorien umfassen:

  • Zur Suppe
  • Gemüse
  • Fleisch und Fisch
  • Strudel & Nudel, Krapfen & Knödel
  • Süß geht immer
  • Für die Vorratskammer

Innerhalb dieser Rubriken finden sich Rezepte, die in der Regel einfach zu kochen sind, aber dennoch eine gewisse handwerkliche Kompetenz erfordern. So gibt es Rezepte, die ein wenig Übung und Fingerfertigkeit benötigen, insbesondere bei der Zubereitung von Krapfen, Knödeln oder Strudeln. Die Rezepte sind nicht nur in der deutschen Sprache verfasst, sondern oft auch in der jeweiligen Lokalsprache, was den Leser direkt in die Region hineinzieht. Um Missverständnisse zu vermeiden, enthält das Buch am Ende ein „kulinarisches Wörterbuch“, das Begriffe aus den verschiedenen Dialekten erklärt. Dieses Wörterbuch ist ein wertvolles Hilfsmittel, um die Rezepte besser zu verstehen und nachzukochen.

Ein weiteres besonderes Merkmal des Buches ist die Fotografie. Die Gerichte werden auf altem Porzellan angerichtet, mit altem Besteck fotografiert und mit alten Dingen dekoriert. Die Bilder tragen so dazu bei, das Gefühl zu erzeugen, an Omas Tisch zu sitzen. Dies ist kein Zufall, sondern ein bewusstes Gestaltungselement, das die Atmosphäre vermittelt, die mit den Rezepten verbunden ist. Die Fotos sind authentisch und vermeiden die typischen „Symbol-Photos“, die in anderen Kochbüchern oft vorkommen. Stattdessen wirken sie wie Einblicke in die Alltagsküche der vergangenen Generationen.

Die Rolle der persönlichen Geschichten

Ein zentrales Element des Buches ist die Einbindung der persönlichen Geschichten, die zu jedem Rezept gehören. Diese Geschichten sind nicht einfach Anekdoten, sondern teilen die emotionale Bandbreite, die mit den Rezepten verbunden ist. Sie beschreiben, warum ein Rezept so und nicht anders gekocht wird, wie es über Generationen weitergegeben wurde und welche Rolle es im Familienleben spielt. Diese Geschichten sind individuell, liebevoll und menschlich. Sie geben dem Leser nicht nur Informationen über die Zubereitung, sondern auch über die Herkunft und die Bedeutung des Gerichts. In diesem Sinne ist das Buch nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein kulturelles Dokument, das die Traditionen des Alpenraums bewahrt.

Die Geschichten sind oft von Menschen erzählt, die selbst alt und erfahren sind. Sie teilen ihre Wissen und ihre Leidenschaft für die traditionelle Kochkunst. In vielen Fällen handelt es sich um Omas, die ihre Rezepte weitergeben, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Diese Rezepte sind nicht einfach Rezepturen, sondern tragen eine emotionale und kulturelle Bedeutung mit sich. Sie sind kulinarische Erbstücke, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das Buch ist somit ein Projekt der Erhaltung und Wertschätzung der regionalen Küche.

Die Rezepte im Detail

Die Rezepte im Buch sind so gestaltet, dass sie leicht nachzukochen sind. Allerdings wird in einigen Fällen ein gewisses Maß an Übung und handwerklicher Geschicklichkeit vorausgesetzt. Dies betrifft insbesondere Rezepte wie Krapfen oder Strudel, bei denen die Handhabung der Teigwaren eine gewisse Fertigkeit erfordert. Diese Rezepte sind jedoch gut erklärbar und bieten dem Leser die Möglichkeit, seine Kochkunst zu verbessern. Die Kochanleitungen sind meist kurz und knapp, was die Lesbarkeit erhöht und den Schwerpunkt auf das Wesentliche legt.

Ein weiteres Merkmal der Rezepte ist die Verwendung von einfachen Zutaten. Es wird bewusst auf seltene oder exotische Zutaten verzichtet, wodurch die Rezepte für ein breites Publikum zugänglich sind. Stattdessen werden lokale, traditionelle Zutaten verwendet, die in der Region leicht erhältlich sind. Dies entspricht der Philosophie des Buches, die auf Authentizität und Regionalität abzielt. Die Rezepte sind daher nicht nur kulinarisch wertvoll, sondern auch nachhaltig und passend für das lokale Klima und die regionale Landwirtschaft.

Die kulturelle und historische Bedeutung

Das Buch „Aus Omas Kochbuch“ hat nicht nur eine kulinarische, sondern auch eine kulturelle und historische Bedeutung. Es dokumentiert Rezepte, die heute oft in Vergessenheit geraten sind, und bewahrt sie für zukünftige Generationen. Die Rezepte sind nicht einfach Kochanleitungen, sondern tragen die Geschichte, die Kultur und die Tradition der Regionen, aus denen sie stammen, in sich. Sie sind kulinarische Erbstücke, die über Generationen weitergegeben wurden und die ein Teil der kulturellen Identität des Alpenraums sind.

Die Rezepte stammen aus verschiedenen Regionen, was zeigt, wie vielfältig die Küche in diesem Teil Europas ist. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, ihre eigenen Techniken und ihre eigenen Aromen. Das Buch vermittelt nicht nur diese Vielfalt, sondern auch die Verbindung zwischen den Menschen und ihrer kulinarischen Tradition. Es ist eine Hommage an die Omas, die ihre Rezepte weitergeben, und an die Familien, die diese Rezepte lebendig halten.

Die Rolle des Servus-Magazins

Ein wichtiger Partner in der Entstehung des Buches war das Servus-Magazin, das seit seiner Gründung Rezepte aus dem Fundus seiner Leserinnen und Leser veröffentlicht. Das Magazin ist ein Medium, das die Verbindung zwischen den Lesern und der Tradition herstellt. Es ist ein Forum, in dem Menschen ihre Rezepte teilen können und in dem diese Rezepte über die Zeit weitergegeben werden. Das Magazin hat sich als ein Treffpunkt für kulinarische Erbstücke etabliert und hat so einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der regionalen Küche geleistet.

Die Zusammenarbeit zwischen Elisabeth Ruckser und dem Servus-Magazin war entscheidend für die Entstehung des Buches. Ohne die Beiträge der Leserinnen und Leser wäre es nicht möglich gewesen, eine so umfassende Sammlung von Rezepten zu sammeln. Das Buch ist somit ein Gemeinschaftsprojekt, das auf der Idee beruht, dass die Erhaltung der traditionellen Küche eine gemeinsame Aufgabe ist. Es ist ein Projekt, das nicht nur auf die Arbeit eines Autors zurückgeht, sondern auch auf die Beiträge von Menschen, die ihre Rezepte weitergeben und ihre Geschichte erzählen.

Die Rezepte in der heutigen Zeit

In der heutigen Zeit, in der die Küche oft von Trends und Innovationen geprägt wird, hat das Buch „Aus Omas Kochbuch“ eine besondere Relevanz. Es stellt eine Alternative dar, die auf Authentizität, Regionalität und Tradition baut. Die Rezepte im Buch sind nicht modernisiert oder angepasst, sondern bleiben in ihrer ursprünglichen Form. Sie sind also nicht nur für die Nachkochung, sondern auch für die Erinnerung an die Vergangenheit und die Wertschätzung der Tradition.

Die Rezepte können in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle spielen, indem sie als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart dienen. Sie erlauben es, die kulinarischen Traditionen der Vorfahren zu bewahren und gleichzeitig in die heutige Zeit zu übersetzen. Sie sind ein Weg, die Familie zu verbinden, indem gemeinsam gekocht und gegessen wird. Sie sind ein Weg, die Identität zu stärken, indem man sich mit der regionalen Küche auseinandersetzt. Sie sind ein Weg, die Nachhaltigkeit zu fördern, indem man lokale, traditionelle Zutaten verwendet und so den ökologischen Fußabdruck verringert.

Schlussfolgerung

„Aus Omas Kochbuch. Fast vergessene Rezepte“ ist ein Buch, das sich nicht nur durch seine Rezepte, sondern auch durch seine Herangehensweise auszeichnet. Es ist ein Projekt der Erhaltung, das auf der Idee beruht, dass die traditionelle Küche ein wertvolles Erbe ist, das bewahrt werden muss. Die Rezepte im Buch sind nicht einfach Kochanleitungen, sondern tragen die Geschichte, die Kultur und die Tradition der Regionen, aus denen sie stammen, in sich. Sie sind kulinarische Erbstücke, die über Generationen weitergegeben wurden und die ein Teil der kulturellen Identität des Alpenraums sind.

Das Buch ist ein Gemeinschaftsprojekt, das auf der Zusammenarbeit zwischen Elisabeth Ruckser, dem Servus-Magazin und den Leserinnen und Lesern beruht. Es ist ein Projekt, das zeigt, wie wichtig es ist, die traditionelle Küche zu bewahren und weiterzugeben. Es ist ein Projekt, das zeigt, wie die Rezepte nicht nur kulinarische Werte, sondern auch emotionale und kulturelle Werte tragen. Es ist ein Projekt, das zeigt, wie die Küche ein Teil der Identität ist und wie sie eine Verbindung zwischen den Generationen schafft.

In der heutigen Zeit, in der die Küche oft von Trends und Innovationen geprägt wird, hat das Buch eine besondere Relevanz. Es stellt eine Alternative dar, die auf Authentizität, Regionalität und Tradition baut. Die Rezepte im Buch sind nicht modernisiert oder angepasst, sondern bleiben in ihrer ursprünglichen Form. Sie sind also nicht nur für die Nachkochung, sondern auch für die Erinnerung an die Vergangenheit und die Wertschätzung der Tradition.

Quellen

  1. Elisabeth Ruckser: Aus Omas Kochbuch. Fast vergessene Rezepte
  2. Aus Omas Kochbuch – Fast vergessene Rezepte (Booklooker)
  3. Buchdetails: Elisabeth Ruckser – Aus Omas Kochbuch
  4. Elisabeth Ruckser – Aus Omas Kochbuch (Hugendubel)

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