Omas Blaukraut: Traditionelle Rezepte, Zubereitung und kulinarische Tipps

Die deutsche Küche ist reich an Traditionen, und eines ihrer festen Elemente ist das Blaukraut – auch bekannt als Rotkohl. Dieser winterliche Klassiker hat nicht nur eine lange kulinarische Geschichte, sondern wird auch weiterhin in vielen Haushalten mit großer Liebe zubereitet. Oft ist es Omas Rezept, das über Generationen hinweg weitergegeben wird und so zur Esskultur der Familie gehört. In diesem Artikel wird ein umfassender Überblick über das Blaukraut gegeben, wobei besonderer Wert auf traditionelle Rezepte, Zubereitungsmethoden und die regionalen Unterschiede gelegt wird.

Einführung

Blaukraut, auch als Rotkohl bezeichnet, ist eine der bekanntesten Beilagen der deutschen Küche. Es ist nicht nur ein beliebtes Gericht an Feiertagen, sondern auch ein Symbol für Tradition und Gemütlichkeit. In vielen Familien wird es nach Omas Rezept zubereitet, wodurch es eine besondere emotionale Bedeutung erhält. Die Zubereitung dieses Gerichts ist einfach, aber die richtige Auswahl an Zutaten und die Anwendung von Küchentechniken sind entscheidend für das Gelingen. Die Region, in der man lebt, beeinflusst oft auch den Namen des Gerichts – in Süddeutschland und Österreich ist es „Blaukraut“, während es im Norden meist „Rotkohl“ heißt.

Geschichte und kulturelle Bedeutung

Die Geschichte des Blaukrauts reicht weit zurück und ist eng verwoben mit der deutschen Esskultur. Über Generationen hinweg wurde es als fester Bestandteil in festlichen Menüs und Sonntagsessen geschätzt. Es symbolisiert nicht nur Familientradition, sondern auch Regionalität und kulinarische Identität. In vielen Familien wird das Rezept von Oma liebevoll weitergegeben, wodurch es eine besondere emotionale Bedeutung erhält.

Blaukraut ist mehr als nur ein Gemüsegericht. Es ist ein kulturelles Erbe, das Generationen miteinander verbindet. In den Herbst- und Wintermonaten ist es besonders beliebt und wird oft zu deftigen Hauptgerichten serviert. Seine unverwechselbare Kombination aus Süße, Säure und Gewürzen macht es zu einem idealen Begleiter zu Braten, Gans, Ente oder Rinderrouladen.

Blaukraut vs. Rotkohl – Was ist der Unterschied?

Obwohl beide Bezeichnungen oft austauschbar verwendet werden, gibt es tatsächlich eine klare Erklärung für die Unterschiede. Beide Bezeichnungen beziehen sich auf dasselbe Gemüse – den roten Kopfkohl (Brassica oleracea var. capitata f. rubra). Der Name hängt jedoch von der Region ab: In Süddeutschland und Österreich sagt man traditionell „Blaukraut“, während es im Norden einfach „Rotkohl“ heißt.

Warum ändert sich die Farbe?

Die Farbe des Blaukrauts hängt vom pH-Wert des verwendeten Zutaten ab:

  • Sauer (z. B. mit Essig oder Äpfeln) → das Kraut färbt sich rötlich.
  • Alkalisch (z. B. mit Natron oder längerer Kochzeit) → das Kraut färbt sich bläulich-violett.

Früher nutzte man oft Backpulver oder Natron, um das Kraut intensiv blau zu färben – daher der Name „Blaukraut“.

Geschmackliche Unterschiede

Geschmacklich gibt es kaum Unterschiede zwischen Blaukraut und Rotkohl. Allerdings gibt es regionale Präferenzen:

  • Blaukraut wird oft süß-sauer mit Äpfeln und Gewürzen zubereitet.
  • Rotkohl (im Norden) kann auch mal deftiger mit Speck sein.

Zusammenfassend kann man sagen: Egal, wie man es nennt – Hauptsache, es schmeckt!

Zutaten und ihre Bedeutung

Die Auswahl der Zutaten spielt eine entscheidende Rolle bei der Zubereitung von Blaukraut. Hier sind einige der wichtigsten Zutaten und deren Funktionen:

  • Rotkohl: Die Grundzutat. Frisch und regional ist am besten.
  • Zwiebeln: Sorgen für Aroma und milden Geschmack.
  • Äpfel: Verleihen Süße und Säure. Oft werden säuerliche Sorten wie Boskoop verwendet.
  • Essig: Wichtig für die Säurebalance und die Farbe.
  • Gewürze: Nelken, Lorbeerblatt und Zimt sind typisch für die Aromen des Blaukrauts.
  • Schmalz: Verleiht eine deftige Note. Oft wird Gänseschmalz verwendet, besonders in der Weihnachtszeit.
  • Rotwein oder Apfelsaft: Verfeinert den Geschmack und sorgt für Tiefe.
  • Preiselbeeren oder Johannisbeergelee: Verleihen eine leichte Süße und eine lebendige Farbe.

Traditionelle Rezepte

Rezept 1: Blaukraut nach Süddeutscher Art

Zutaten für 4 Portionen:

  • 1 mittelgroßer Rotkohl (ca. 1 kg)
  • 1 große Zwiebel
  • 2 säuerliche Äpfel (z. B. Boskoop)
  • 100 ml Rotwein (alternativ Apfelsaft)
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zimtstange
  • 1 TL Wacholderbeeren
  • 3 EL Zucker
  • 1-2 TL Salz
  • 2 EL Butterschmalz (oder Gänseschmalz)
  • 3 EL Johannisbeergelee

Zubereitung:

  1. Das Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen.
  2. Die Zwiebeln darin glasig dünsten, aber nicht bräunen.
  3. Den Rotkohl zugeben und mit den Gewürzen (Lorbeerblatt, Zimt, Wacholderbeeren) unterrühren.
  4. Mit Rotwein oder Apfelsaft ablöschen.
  5. Essig, Zucker und Salz hinzugeben und alles gut mischen.
  6. Aufkochen lassen und bei geschlossenem Deckel ca. 1 Stunde schmoren.
  7. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen, in kleine Stückchen oder Spalten schneiden und nach ca. 15 Minuten unter den Rotkohl heben.
  8. Nach der Garzeit das Johannisbeergelee unterheben, um eine leichte Süße hinzuzufügen.
  9. Nach Wunsch kann eine kleine Menge Speisestärke untergerührt werden, um die Sauce zu binden.

Rezept 2: Vegetarisches Blaukraut

Zutaten für 4 Portionen:

  • 1 mittelgroßer Rotkohl (ca. 1 kg)
  • 1 große Zwiebel
  • 2 säuerliche Äpfel (z. B. Boskoop)
  • 100 ml Rotwein (alternativ Apfelsaft)
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zimtstange
  • 1 TL Wacholderbeeren
  • 3 EL Zucker
  • 1-2 TL Salz
  • 2 EL Butterschmalz
  • 3 EL Johannisbeergelee

Zubereitung:

  1. Das Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen.
  2. Die Zwiebeln darin glasig dünsten, aber nicht bräunen.
  3. Den Rotkohl zugeben und mit den Gewürzen (Lorbeerblatt, Zimt, Wacholderbeeren) unterrühren.
  4. Mit Rotwein oder Apfelsaft ablöschen.
  5. Essig, Zucker und Salz hinzugeben und alles gut mischen.
  6. Aufkochen lassen und bei geschlossenem Deckel ca. 1 Stunde schmoren.
  7. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen, in kleine Stückchen oder Spalten schneiden und nach ca. 15 Minuten unter den Rotkohl heben.
  8. Nach der Garzeit das Johannisbeergelee unterheben, um eine leichte Süße hinzuzufügen.
  9. Nach Wunsch kann eine kleine Menge Speisestärke untergerührt werden, um die Sauce zu binden.

Rezept 3: Blaukraut mit Preiselbeeren

Zutaten für 4 Portionen:

  • 1 mittelgroßer Rotkohl (ca. 1 kg)
  • 1 große Zwiebel
  • 2 säuerliche Äpfel (z. B. Boskoop)
  • 100 ml Rotwein (alternativ Apfelsaft)
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zimtstange
  • 1 TL Wacholderbeeren
  • 3 EL Zucker
  • 1-2 TL Salz
  • 2 EL Butterschmalz (oder Gänseschmalz)
  • 3 EL Preiselbeeren (süßes Preiselbeerkompott aus dem Glas)

Zubereitung:

  1. Das Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen.
  2. Die Zwiebeln darin glasig dünsten, aber nicht bräunen.
  3. Den Rotkohl zugeben und mit den Gewürzen (Lorbeerblatt, Zimt, Wacholderbeeren) unterrühren.
  4. Mit Rotwein oder Apfelsaft ablöschen.
  5. Essig, Zucker und Salz hinzugeben und alles gut mischen.
  6. Aufkochen lassen und bei geschlossenem Deckel ca. 1 Stunde schmoren.
  7. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen, in kleine Stückchen oder Spalten schneiden und nach ca. 15 Minuten unter den Rotkohl heben.
  8. Nach der Garzeit die Preiselbeeren unterheben, um eine lebendige Farbe und eine leichte Süße hinzuzufügen.
  9. Nach Wunsch kann eine kleine Menge Speisestärke untergerührt werden, um die Sauce zu binden.

Tipps und Tricks

Die Zubereitung von Blaukraut erfordert etwas Geduld, aber mit den richtigen Tipps und Tricks kann man dieses Gericht perfekt zubereiten:

  • Frische Zutaten: Frischer Rotkohl, frische Zwiebeln und frische Äpfel sind ideal. Sie sorgen für das beste Aroma.
  • Die richtige Säure: Die Säure ist entscheidend für die Farbe und den Geschmack. Apfelessig oder Balsamico sind gute Optionen.
  • Gewürze: Nelken, Lorbeerblatt und Zimt sind typisch für Blaukraut. Sie verleihen dem Gericht eine warme Note.
  • Schmalz: Schmalz verleiht dem Blaukraut eine deftige Note. Gänseschmalz ist besonders aromatisch.
  • Marinieren: Vor der Garzeit kann das Blaukraut über Nacht im Kühlschrank marinieren. Dies ermöglicht eine intensivere Geschmackentwicklung.
  • Vegetarische Variante: Wer das Blaukraut vegetarisch zubereiten möchte, kann das Schmalz durch Butterschmalz ersetzen.
  • Vorratshaltung: Das Blaukraut kann in großen Mengen gekocht und portionsweise eingefroren werden. So hat man es an den Feiertagen immer parat.

Variationen

Blaukraut kann in verschiedenen Varianten zubereitet werden, je nach Geschmack und Region. Einige beliebte Variationen sind:

  • Blaukraut mit Äpfeln: Eine der traditionellsten Varianten, in der Äpfel die Süße und Säure beisteuern.
  • Blaukraut mit Preiselbeeren: Preiselbeeren verleihen dem Blaukraut eine lebendige Farbe und eine leichte Süße.
  • Blaukraut mit Johannisbeeren: Johannisbeeren sind eine weitere Option, um die Süße und die Farbe zu intensivieren.
  • Blaukraut mit Speck: In einigen Regionen wird das Blaukraut mit Speck oder Würstchen gewürzt.
  • Blaukraut mit Rotwein: Rotwein verfeinert den Geschmack und sorgt für Tiefe.
  • Blaukraut mit Balsamico: Balsamico ist eine moderne Variante, die dem Blaukraut eine lebendige Säure verleiht.

Kulinarische Kombinationen

Blaukraut passt hervorragend zu vielen deftigen Gerichten. Einige der beliebtesten Kombinationen sind:

  • Gans oder Ente: Blaukraut ist ein klassisches Weihnachtsgarnitur und passt besonders gut zu Gans oder Ente.
  • Braten: Ob Schweinebraten, Rinderbraten oder Hirschbraten – Blaukraut ist ein idealer Begleiter.
  • Rinderrouladen: Blaukraut passt hervorragend zu Rinderrouladen und verleiht dem Gericht eine warme Note.
  • Kartoffelpuffer oder Knödel: Blaukraut passt hervorragend zu Kartoffelpuffern oder Knödeln und vervollständigt das deftige Menü.
  • Wildgerichte: Blaukraut passt besonders gut zu Wildgerichten wie Hirsch oder Wildschwein.

Nährwert und gesundheitliche Vorteile

Blaukraut ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Es enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Die wichtigsten Nährwerte sind:

  • Vitamin C: Wichtig für das Immunsystem.
  • Vitamin K: Wichtig für die Blutgerinnung.
  • Folsäure: Wichtig für die Zellbildung.
  • Kalium: Wichtig für den Blutdruck.
  • Faser: Wichtig für die Verdauung.

Zusätzlich enthält Blaukraut gesunde Pflanzenstoffe, die die Gesundheit fördern. Die Kombination aus Süße, Säure und Gewürzen macht es zu einem ausgewogenen Gericht.

Schlussfolgerung

Blaukraut ist ein Klassiker der deutschen Küche, der über Generationen hinweg weitergegeben wird. Es ist nicht nur lecker, sondern auch gesund und vielseitig einsetzbar. Ob süß-sauer mit Äpfeln oder deftig mit Speck – das Blaukraut passt zu vielen Gerichten und verleiht jedem Teller eine warme Note. Mit den richtigen Rezepten, Zutaten und Tipps kann man dieses Gericht perfekt zubereiten und es in die eigene Esskultur integrieren. Ob in der Weihnachtszeit oder an Sonntagen – das Blaukraut ist immer eine willkommene Beilage.

Quellen

  1. Rotkohl Rezept
  2. Blaukraut Rezept – Traditionell & Einfach
  3. Omas Rotkohl
  4. Blaukraut Rezept
  5. Klassischer Rotkohl nach Omas Rezept
  6. Rotkohl Selbst Machen mit Äpfeln nach Omas Rezept

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