Traditionelle Linzer Augen nach Omas Rezept – Ein Weihnachtsklassiker aus feinem Mürbeteig und Johannisbeergelee

Einführung

Linzer Augen zählen zu den beliebtesten Weihnachtsplätzchen in Österreich und genießen auch im übrigen deutschsprachigen Raum große Beliebtheit. Sie bestehen aus einem feinen Nussmürbeteig, der traditionell mit Johannisbeergelee gefüllt wird. Das Rezept für Linzer Augen ist oft von Generation zu Generation weitergegeben und wird bis heute nach Omas Art gebacken. In diesem Artikel wird ein traditionelles Rezept für Linzer Augen vorgestellt, das auf mehreren vertrauenswürdigen Quellen basiert, darunter auch ein bewährtes Familienrezept, das aus der altösterreichischen Küche stammt. Zudem werden die Besonderheiten des Rezeptes, mögliche Abwandlungen und technische Aspekte des Backens erläutert. Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über die Zubereitung dieser leckeren Plätzchen zu geben, die sowohl kulinarisch als auch optisch beeindrucken.

Herkunft und Bedeutung der Linzer Augen

Linzer Augen gehören zu den bekanntesten Plätzchen der traditionellen Weihnachtsbäckerei und haben eine lange Geschichte. Sie sind eng verwandt mit der Linzer Torte, da beide den sogenannten Linzer Mürbeteig verwenden. Der Teig besteht aus Mehl, Nüssen, Puderzucker, Ei, Butter, Nelke und Zimt. Klassisch verwendet man Haselnüsse oder Mandeln, um dem Teig eine typische Aromatik zu verleihen.

Die Form der Linzer Augen ist charakteristisch: Sie sind rund und haben einen gewellten Rand. Der obere Keks hat entweder drei runde Öffnungen oder eine große runde Öffnung in der Mitte, durch die der Johannisbeergelee sichtbar wird. Diese Form ist nicht zufällig, sondern dient der Optik und dem Geschmackserlebnis.

Linzer Augen sind nicht nur in Österreich verbreitet, sondern auch in benachbarten Regionen wie Bayern und der Schweiz. Sie sind oft unter verschiedenen Namen bekannt, wobei die genaue Unterscheidung zwischen Linzer Augen, Linzer Plätzchen und Spitzbuben oft verwirrend sein kann. Ein Keks, der ohne Eigelb gebacken wird, wird beispielsweise als Spitzbube bezeichnet. Echte Linzer Augen enthalten jedoch immer ein ganzes Ei im Teig.

Zutaten und Zubereitung des Mürbeteigs

Der Mürbeteig für Linzer Augen ist einfach, aber entscheidend für die Qualität der Plätzchen. Einige der wichtigsten Zutaten sind:

  • Mehl: Der Grundbaustein des Teigs. Meist wird Weizenmehl verwendet, da es eine gute Konsistenz erzeugt.
  • Nüsse: Klassisch werden Haselnüsse oder Mandeln verwendet. Sie verleihen dem Teig ein nussiges Aroma und eine feine Textur.
  • Puderzucker: Sorgt für die nötige Süße und hilft bei der Bindung der Zutaten.
  • Ei: Ein ganzes Ei wird in den Teig eingearbeitet, um die Konsistenz zu stabilisieren und eine goldene Färbung zu erzeugen.
  • Butter: Kalte Butter ist entscheidend, um einen mürben Teig zu erzeugen. Sie wird in Stücken in den Teig geknetet, wodurch kleine Fettklumpen entstehen, die für die typische Kekskonsistenz sorgen.
  • Vanilleextrakt oder Zitronenabrieb: Diese Zutaten verleihen dem Teig zusätzliche Aromen.
  • Zimt und Nelke: Diese Gewürze sind typisch für den Linzer Mürbeteig und tragen zur weihnachtlichen Note bei.

Die Zubereitung des Teigs erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst werden Mehl, Puderzucker, Vanilleextrakt und Salz in eine Rührschüssel gemischt. Die kalte Butter wird in Stücken zugegeben und mit einem Handrührgerät mit Knethaken zu einem Teig geknetet. Anschließend werden Ei und Eigelb zugegeben. Der Teig wird so lange geknetet, bis er homogen und geschmeidig ist. Wenn nötig, kann er mit den Händen weiter verarbeitet werden. Der fertige Teig wird in eine Frischhaltedose gelegt und mindestens 60 Minuten im Kühlschrank ruhen gelassen.

Füllung der Linzer Augen

Die Füllung der Linzer Augen ist genauso wichtig wie der Teig selbst. Traditionell wird Johannisbeergelee verwendet, das für seine fruchtige Süße und leichte Säure sorgt. Alternativ kann auch Ribiselmarmelade verwendet werden, was in Österreich besonders verbreitet ist. In einigen Abwandlungen wird auch Himbeermarmelade genutzt, was jedoch dazu führt, dass die Kekse nicht mehr als echte Linzer Augen bezeichnet werden können, sondern als Linzer Plätzchen.

Die Füllung wird auf den unteren Teigkreis aufgetragen, bevor der obere Keks darauf gesetzt wird. Der obere Keks wird mit einem Lochausstecher oder einer kleinen Tülle ausgestochen, sodass entweder drei kleine runde Öffnungen oder eine große runde Öffnung entsteht. Durch diese Öffnung wird die Füllung sichtbar und sorgt für die typische Optik der Linzer Augen.

Backtechnik und Formgebung

Die Formgebung der Linzer Augen ist entscheidend für das Endergebnis. Der Teig wird dünn ausgerollt, idealerweise etwa 3 mm dick, und mit einem gewellten Kreisausstecher ausgestochen. Die gewellte Kante sorgt für die typische Kantenform und verhindert, dass die Kekse beim Backen zu sehr zusammenfallen. Die Kekse werden auf Backpapier auf Backbleche gelegt und im vorgeheizten Backofen gebacken.

Die Backtemperaturen variieren je nach Backofen, aber im Allgemeinen werden Linzer Augen bei 180 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft für etwa 12 Minuten gebacken. Wichtig ist, dass die Kekse nicht zu dunkel werden, da sie sonst an Konsistenz verlieren. Nach dem Backen werden die Kekse auf einem Gitter vollständig abkühlen gelassen, bevor sie gefüllt und der obere Keks darauf gesetzt wird.

Für die Füllung wird die Marmelade auf den unteren Keks aufgetragen. Der obere Keks wird darauf gesetzt, sodass die Füllung sichtbar bleibt. Der obere Keks kann entweder mit einem Lochausstecher ausgestochen werden oder mit einer Tülle versehen werden. Bei der traditionellen Variante entstehen drei kleine runde Öffnungen oder eine große runde Öffnung in der Mitte.

Tipps und Tricks für perfekte Linzer Augen

Um die Linzer Augen optimal zu backen, gibt es einige wichtige Tipps und Tricks:

  1. Kalte Zutaten verwenden: Kalte Butter ist entscheidend, um einen mürben Teig zu erzeugen. Warme Butter führt dazu, dass der Teig sich zu stark bindet und die Kekse nicht so zart werden.

  2. Teig ruhen lassen: Der Teig sollte mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen, damit er sich entspannen kann und sich beim Ausrollen nicht zusammenzieht.

  3. Teig dünn ausrollen: Der Teig sollte dünn ausgerollt werden, idealerweise etwa 3 mm dick. So entstehen die typischen, leichten Plätzchen, die sich gut mit der Füllung kombinieren lassen.

  4. Backzeit überwachen: Die Kekse sollten nicht zu lange gebacken werden, da sie sonst dunkel und trocken werden. Eine Backzeit von etwa 12 Minuten ist ideal.

  5. Ausstecher mit Auswerfer verwenden: Ein Ausstecher mit Auswerfer ist praktisch, da er den Teig sauber ausstößt und die Form erhalten bleibt. Für die Lochausstechung kann ein kleiner Ausstecher oder eine Tülle verwendet werden.

  6. Füllung nicht zu viel verwenden: Die Füllung sollte nicht zu dick aufgetragen werden, da sie sonst durch die Öffnungen tropfen könnte. Eine dünne Schicht reicht aus, um den Geschmack hervorzuheben.

  7. Originalrezept befolgen: Wer echte Linzer Augen backen möchte, sollte das Originalrezept befolgen, also Johannisbeergelee als Füllung verwenden und den Teig mit Haselnüssen oder Mandeln bereiten. Andernfalls spricht man nur noch von Linzer Plätzchen.

Abwandlungen und Varianten

Obwohl das traditionelle Rezept für Linzer Augen klar definiert ist, gibt es einige Abwandlungen, die den Keksen eine individuelle Note verleihen können. Einige Beispiele sind:

  • Spitzbuben: Linzer Augen ohne Eigelb im Teig werden als Spitzbuben bezeichnet. Der Teig ist etwas leichter und die Form des Kekses kann variieren. Statt drei runden Öffnungen kann auch ein Gesicht ausgestochen werden.

  • Hildabrötchen: Diese Variante verwendet keinen Nussmürbeteig, sondern einen klassischen Mürbeteig mit Ei. Die Füllung kann aus Himbeermarmelade bestehen, und die Form kann variieren, beispielsweise Sterne oder Herzen.

  • Andere Füllungen: Während Johannisbeergelee die traditionelle Füllung ist, kann auch Himbeermarmelade oder andere Fruchtmarmeladen verwendet werden. Dies führt jedoch dazu, dass die Kekse nicht mehr als echte Linzer Augen bezeichnet werden können, sondern als Linzer Plätzchen.

  • Formen variieren: Die Form der Kekse kann variieren. Neben Kreisen können auch Sterne oder Herzen ausgestochen werden. In diesen Fällen spricht man ebenfalls von Linzer Plätzchen, nicht von Linzer Augen.

  • Eier oder Eigelb: Der Teig kann mit einem ganzen Ei oder nur mit einem Eigelb hergestellt werden. Bei der Verwendung von nur Eigelb entstehen sogenannte Spitzbuben, die eine leichtere Konsistenz haben.

Einblick in das Rezept einer Wiener Oma

Ein besonders bewährtes Rezept für Linzer Augen stammt von einer Wiener Oma, die nach der altösterreichischen Küche kochte und backte. Ihre Spezialität waren nicht nur Linzer Augen, sondern auch Vanillekipferl und andere Weihnachtskekse. Die Oma war eine leidenschaftliche Bäckerin, die viel Zeit und Liebe in ihre Kekse investierte. Ihre Rezepte basierten auf traditionellen Techniken und Zutaten, die bis heute erhalten geblieben sind.

Die Oma verwendete kalte Butter, um den Mürbeteig zu kneten, und achtete darauf, dass die Kekse nicht zu lange gebacken wurden. Sie verwendete Johannisbeergelee als Füllung und achtete darauf, dass der Teig dünn genug ausgerollt wurde. Ihre Kekse waren immer zart und mürbe, und sie wurden auf keinen Keksteller verzichtet. Neben den Linzer Augen backte sie auch Vanillekipferl, die eine besondere Note in ihrer Weihnachtsbäckerei hatten.

Die Oma war eine „Süße“, wie man sagt, und liebte Naschereien. Sie backte oft für ihre Enkelkinder und bereitete leckere Kuchen wie Kakaokuchen oder Nussstrudel zu. Ihre Weihnachtskekse waren ein Highlight im Familienkreis und wurden jedes Jahr mit Vorfreude erwartet. Die Linzer Augen waren dabei eines der Lieblingsrezepte, das sie jedes Jahr mit großer Sorgfalt zubereitete.

Rezept für Linzer Augen nach Omas Rezept

Zutaten

Für den Mürbeteig:

  • 200 g Mehl
  • 100 g Haselnüsse (gewogen)
  • 100 g Puderzucker
  • 1 Ei (zimmertemperiert)
  • 1 Eigelb
  • 100 g kalte Butter (in Stücken)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanilleextrakt
  • 1 Teelöffel Zitronenabrieb
  • 1 Prise Zimt
  • 1 Prise Nelke

Für die Füllung:

  • 100 g Johannisbeergelee

Für die Ausstechung:

  • Rundes Plätzchenausstecher mit Wellenrand (Durchmesser 5 cm)
  • Kleiner Lochausstecher oder Tülle (für die Öffnungen)

Zubereitung

  1. Mürbeteig herstellen:

    • Mehl, Puderzucker, Vanilleextrakt, Zitronenabrieb, Salz, Zimt und Nelke in einer Rührschüssel vermischen.
    • Die kalte Butter in Stücken zugeben und mit den Knethaken des Handrührgeräts zu einem Teig kneten.
    • Ei und Eigelb zugeben und weiter kneten, bis der Teig homogen ist.
    • Den Teig flach drücken, in eine Frischhaltedose legen und für mindestens 60 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Teig ausrollen und ausstechen:

    • Arbeitsfläche und Nudelholz mit etwas Mehl bestäuben.
    • Den Teig dünn (ca. 3 mm) ausrollen.
    • Mit dem gewellten Kreisausstecher (5 cm Durchmesser) Kreise ausstechen.
    • Die Hälfte der Kreise auf ein Backblech mit Backpapier legen und für etwa 12 Minuten bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) backen.
    • Die Kekse abkühlen lassen.
  3. Füllung auftragen:

    • Die restlichen Kreise auf ein weiteres Backblech legen.
    • Mit einem kleineren Ausstecher oder einer Tülle drei runde Öffnungen oder eine große runde Öffnung ausstechen.
    • Die Kekse ebenfalls für 11–12 Minuten backen und abkühlen lassen.
    • Auf die abgekühlten unteren Kekse eine Schicht Johannisbeergelee auftragen.
    • Die obere Kekshälfte darauf setzen, sodass die Füllung sichtbar bleibt.
  4. Servieren:

    • Die Linzer Augen in einer Schüssel oder auf einem Keksteller servieren. Sie schmecken am besten frisch gebacken, aber können auch in einer Frischhaltedose aufbewahrt werden.

Vorteile und Besonderheiten des Rezeptes

Das Rezept für Linzer Augen nach Omas Rezept hat einige besondere Vorteile:

  • Traditionelle Zutaten: Es verwendet typische Zutaten wie Haselnüsse, Johannisbeergelee, Zimt und Nelke, die für das Originalrezept charakteristisch sind.

  • Einfache Zubereitung: Die Schritte sind klar und übersichtlich, sodass auch Anfänger die Kekse ohne Probleme backen können.

  • Mürbe Konsistenz: Der Teig wird so zubereitet, dass er mürbe und zart bleibt, was durch die Verwendung kalter Butter und die richtige Knettechnik erreicht wird.

  • Typische Form: Die Kekse haben die traditionelle Form mit gewelltem Rand und einer oder drei runden Öffnungen, die den Keksen ihre Optik verleihen.

  • Sorgfältige Ausstechung: Die Kekse werden mit einem speziellen Ausstecher ausgestochen, der den Teig sauber ausformt und die Form erhält.

  • Einfache Aufbewahrung: Die Kekse können in einer Frischhaltedose aufbewahrt werden und schmecken über mehrere Tage.

Herausforderungen beim Backen

Trotz der Einfachheit des Rezeptes gibt es einige Herausforderungen, die beim Backen von Linzer Augen beachtet werden sollten:

  • Kaltarbeiten mit dem Teig: Die Verwendung kalter Butter und die Kühlung des Teigs sind entscheidend für die richtige Konsistenz. Wenn die Zutaten zu warm sind, kann der Teig sich zu stark binden, was zu einem harten Ergebnis führt.

  • Formgebung: Die Formgebung der Kekse ist wichtig, da sie den Geschmack und die Optik beeinflussen. Der Teig muss dünn genug ausgerollt werden, und die Ausstechung muss sauber erfolgen.

  • Backzeit: Die Backzeit muss genau überwacht werden, da die Kekse sonst dunkel und trocken werden können. Eine zu kurze Backzeit führt zu einem unvollständig gebackenen Teig, während eine zu lange Backzeit die Kekse trocken macht.

  • Füllung: Die Füllung muss nicht zu dick aufgetragen werden, da sie sonst durch die Öffnungen tropfen könnte. Eine dünne Schicht reicht aus, um den Geschmack hervorzuheben.

  • Ausstecher mit Auswerfer: Ein Ausstecher mit Auswerfer ist praktisch, da er den Teig sauber ausstößt und die Form erhalten bleibt. Für die Lochausstechung kann ein kleiner Ausstecher oder eine Tülle verwendet werden.

Schlussfolgerung

Linzer Augen sind ein Klassiker der Weihnachtsbäckerei, der auf einem einfachen, aber genialen Rezept basiert. Sie bestehen aus einem feinen Nussmürbeteig, der traditionell mit Johannisbeergelee gefüllt wird. Das Rezept für Linzer Augen wird oft von Generation zu Generation weitergegeben und wird bis heute nach Omas Art gebacken. Es gibt einige Abwandlungen, wie beispielsweise Spitzbuben oder Hildabrötchen, die den Keksen eine individuelle Note verleihen können, aber echte Linzer Augen haben immer die typische Form und Füllung. Mit dem richtigen Rezept und der richtigen Technik können auch Anfänger diese leckeren Kekse zubereiten, die nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich beeindrucken. Ob für den Keksteller oder als Geschenk – Linzer Augen sind immer eine willkommene Zugabe in der Weihnachtsbäckerei.

Quellen

  1. Linzer Augen nach Omas Rezept, laktosefrei
  2. Linzer Augen – ein Lieblingsrezept von der Wiener Oma
  3. Linzer Augen – Einfach zubereitet
  4. Klassische Linzer Augen mit Johannisbeergelee

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