Rezepte und Anwendungen gegen Reizhusten: Oma’s bewährte Methoden aus der Küche und der Hausapotheke

Reizhusten ist eine häufige Beschwerde, die besonders im Herbst und Winter auftritt. Er wird oft durch Erkältungen, Allergien oder andere Atemwegserkrankungen ausgelöst. Obwohl medizinische Behandlungen oft erforderlich sind, sind traditionelle Methoden aus der Familie – oft liebevoll als „Oma’s Hausmittel“ bezeichnet – in vielen Haushalten weiterhin beliebt. Diese Mittel versuchen, den Reizhusten zu lindern und die Atemwege zu entlasten, oft mit einfachen Zutaten wie Honig, Zwiebeln, Tee oder Quark.

In den folgenden Abschnitten werden traditionelle Rezepte und Anwendungen gegen Reizhusten vorgestellt, die auf Grundlage von Ernährungs-, medizinischen und kochtechnischen Empfehlungen aus verschiedenen Quellen zusammengestellt wurden. Die hier vorgestellten Methoden basieren ausschließlich auf den bereitgestellten Materialien, wobei besonderer Wert auf die wissenschaftliche Evidenz gelegt wird, soweit diese in den Quellen erwähnt wird.

Traditionelle Tees gegen Reizhusten

Tee ist eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Mittel bei Husten. Besonders bei Reizhusten können Kräutertees dazu beitragen, den Hustenreiz zu lindern und die Atemwege zu befeuchten. Im Folgenden werden einige der effektivsten Kräutertees vorgestellt, die traditionell gegen Reizhusten eingesetzt werden.

Holundersaft und Holunderblüten-Tee

Schwarzer Holunder ist in der Volksmedizin ein bewährtes Mittel gegen Husten. Er enthält ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Schleimstoffe, die als Schleimlöser wirken und zudem reich an Vitamin C sind. Ein gängiges Rezept für einen Holundersaft besteht aus 2 Teelöffeln Holunderblüten, die mit 250 ml kochendem Wasser überbrüht werden. Der Tee sollte etwa zehn Minuten ziehen, bevor er abgefiltert und getrunken wird. Dieser Tee kann mehrmals täglich eingenommen werden, um die Atemwege zu befeuchten und den Reizhusten zu lindern.

Pfefferminztee

Pfefferminztee ist in vielen Haushalten ein beliebtes Mittel gegen Husten. Der Tee enthält Mentholum, das eine kühlende Wirkung auf die Atemwege hat und den Hustenreiz mildern kann. Um ihn zuzubereiten, werden entweder frische oder getrocknete Pfefferminzblätter mit heißem Wasser übergossen und etwa zehn Minuten ziehen gelassen. Es ist wichtig, nicht zu viel Tee in kurzer Zeit zu trinken, da ein zu hoher Konsum von Pfefferminztee den Husten nicht unbedingt schneller lindert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen, täglich etwa 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen – Tee kann hierbei eine nützliche Ergänzung sein, sollte aber nicht in übermäßig hohen Mengen getrunken werden.

Thymiantee

Thymian ist ein weiteres bewährtes Kraut, das bei Husten, insbesondere bei Reizhusten, eingesetzt wird. Die Wirkstoffe im Thymian fördern die Schleimlösung und tragen so dazu bei, den Hustenreiz zu reduzieren. Um einen Thymiantee herzustellen, werden zwei bis drei frische Thymianzweige in eine kleine Kanne gelegt und mit kochendem Wasser übergossen. Der Tee sollte etwa fünf Minuten ziehen, bevor er langsam getrunken wird. Es ist empfehlenswert, den Thymiantee über den Tag verteilt in mehreren Kanne zu trinken, um seine entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung optimal zu nutzen.

Kamillentee

Kamillentee wird häufig bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, darunter auch bei Husten. Obwohl es keine klare wissenschaftliche Evidenz dafür gibt, dass Kamillentee speziell bei Reizhusten hilft, wird er oft als Allround-Mittel empfohlen, das die Atemwege beruhigt und den Hustenreiz mildert. Ein Teelöffel Honig kann dem Tee zugesetzt werden, um die Wirkung zu verstärken und den Geschmack zu verbessern.

Honig als natürlicher Hustenstiller

Honig wird in vielen traditionellen Rezepten als Hustenstiller verwendet. Er enthält natürliche Zuckerstoffe, die den Hustenreiz milden können, und zudem Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme, die entzündungshemmend und antibakteriell wirken. In Kombination mit anderen Zutaten wie Zwiebeln kann Honig zu einem wirksamen Hustenmittel werden.

Honig-Zwiebelsaft

Ein besonders beliebtes Rezept aus der „Oma-Tradition“ ist der Honig-Zwiebelsaft. Dazu wird eine große Zwiebel in kleine Würfel geschnitten und mit mehreren Esslöffeln Honig in eine Schüssel oder ein Schraubglas gegeben. Das Gemisch wird mindestens vier Stunden, idealerweise bis zu 24 Stunden, im Kühlschrank ziehen gelassen. Danach wird der Saft durch ein Sieb abgegossen und mehrmals täglich in kleinen Mengen getrunken. Der Honig-Zwiebelsaft wirkt antibakteriell und hustenstillend, da die enthaltenen Wirkstoffe der Zwiebel und des Honigs zusammenwirken.

Es ist wichtig zu beachten, dass Honig nicht für Kinder unter einem Jahr geeignet ist, da er in seltenen Fällen Säuglingsbotulismus auslösen kann. Für Erwachsene und Kinder ab einem Jahr ist Honig hingegen ein gut verträgliches und wirksames Mittel gegen Husten.

Kräuterteemischungen für Reizhusten

Um den Reizhusten effektiv zu bekämpfen, kann auch eine Mischung aus verschiedenen Kräutern eingesetzt werden. Laut Dr. Nadine Berling-Aumann ist eine Kombination aus Thymian, Eibischwurzeln und Malvenblüten besonders wirksam bei trockenem Husten. Die Zutaten werden wie folgt gemischt:

  • 10g Thymian
  • 10g Eibischwurzeln
  • 5g Malvenblüten

Diese Mischung kann in Apotheken, Reformhäusern oder Drogeriemärkten erworben oder selbst zusammengestellt werden. Der Tee wird wie ein normaler Kräutertee zubereitet: Die gemischten Kräuter werden mit heißem Wasser übergossen und etwa zehn Minuten ziehen gelassen, bevor der Tee abgefiltert und getrunken wird. Diese Mischung fördert die Schleimlösung und kann so den Reizhusten mildern.

Wärmende Anwendungen

Neben Tees und Honig gibt es auch einige wärmende Anwendungen, die bei Reizhusten hilfreich sein können. Diese Methoden sind oft in der Familie weitergegeben worden und basieren auf der Idee, die Durchblutung in der Brustregion zu fördern und den Schleim zu lösen.

Quarkwickel

Quarkwickel, auch als Topfenwickel bekannt, sind in Bayern und Österreich ein traditionelles Mittel gegen Husten. Sie bestehen aus warmem oder kaltem Quark, der in ein Tuch gewickelt wird und auf die Brust oder den Hals aufgelegt wird. Der Wickel soll den Hustenreiz lindern und den Schleim lösen. Ob Quarkwickel tatsächlich wissenschaftlich bestätigte Wirkungen haben, ist jedoch nicht eindeutig belegt. Es fehlen bislang umfassende Studien, die den Effekt des Mittels untersucht haben.

Bevor ein Quarkwickel angewendet wird, sollten jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. So sollten sie nicht auf offenen Wunden oder bei Hautveränderungen wie Ekzemen angewendet werden. Auch Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren sollten Quarkwickel nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden. Personen, die auf Kuhmilch allergisch reagieren, sollten vorsichtshalber auf Quarkwickel verzichten.

Brustwickel mit Kartoffeln oder Quark

Ein weiteres traditionelles Mittel ist der Brustwickel mit gekochten Kartoffeln oder Quark. Die wärmenden Anwendungen sollen die Durchblutung in der Brustregion fördern und den Schleim lösen. Obwohl diese Methoden in der Praxis oft angewendet werden, gibt es keine klare wissenschaftliche Evidenz dafür, dass sie bei Reizhusten besonders wirksam sind. Sie können jedoch eine angenehme Ergänzung zu anderen Behandlungen sein.

Dampfbäder

Ein weiteres bewährtes Mittel ist das Dampfbad. Es handelt sich dabei um das Einatmen von warmem Wasserdampf, der eventuell mit Kamillentee, Kochsalz oder Eukalyptusöl angereichert wird. Das Dampfbad soll die Atemwege befeuchten und den Schleim lösen. Um ein Dampfbad durchzuführen, wird ein Topf mit heißem, nicht kochendem Wasser gefüllt. Ein Handtuch wird über dem Kopf und dem Topf gebunden, um den Dampf einzufangen und ihn direkt in die Atemwege zu leiten.

Ob ein Dampfbad tatsächlich bei Reizhusten hilft, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Forscher sind sich uneins über die Wirksamkeit des Mittels. Dennoch können Dampfbäder in vielen Fällen eine angenehme Linderung des Hustenreizes bringen und sind daher ein gängiges Oma-Hausmittel.

Hühnersuppe und Gemüsesuppen

Eine weitere traditionelle Methode, die bei Reizhusten eingesetzt wird, ist die Hühnersuppe. Sie enthält entzündungshemmende Stoffe wie Zink und Cystein, die das Immunsystem stärken und den Schleimfluss fördern. Hühnersuppe ist eine wohltuende Ergänzung zur Behandlung von Erkältungshusten. Für Vegetarier oder Veganer ist eine Gemüsesuppe eine gute Alternative. Sie kann beispielsweise mit Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln und dazu Nudeln oder Reis zubereitet werden. Eine klassische Gemüsebrühe enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, ist leicht verdaulich und wohltuend.

Rezept: Einfache Gemüsesuppe

Zutaten:

  • 2 Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stange Lauch
  • 1 Sellerie
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, eventuell etwas Zitronensaft

Zubereitung:

  1. Karotten, Zwiebel, Lauch und Sellerie in kleine Würfel schneiden.
  2. Alles in einen großen Topf geben und mit der Gemüsebrühe ablöschen.
  3. Die Suppe aufkochen lassen und etwa 20–30 Minuten köcheln.
  4. Vor dem Servieren mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Diese Suppe kann mehrmals täglich in kleineren Portionen eingenommen werden, um die Atemwege zu befeuchten und den Hustenreiz zu lindern.

Weitere Oma-Rezepte gegen Reizhusten

Neben den bereits genannten Mitteln gibt es noch einige weitere traditionelle Rezepte, die in der Familie weitergegeben werden und bei Reizhusten eingesetzt werden können.

Thymian-Tee mit Honig

Ein weiteres Rezept, das oft in der Familie weitergegeben wird, ist Thymian-Tee mit Honig. Dazu werden frische Thymianzweige mit heißem Wasser übergossen und etwa fünf Minuten ziehen gelassen. Danach wird der Tee abgefiltert und ein Teelöffel Honig hinzugefügt. Dieser Tee kann mehrmals täglich getrunken werden, um den Hustenreiz zu milden und die Atemwege zu befeuchten.

Kamillentee mit Honig

Auch Kamillentee kann mit Honig angereichert werden, um seine Wirkung zu verstärken. Dazu werden die Kräuter mit heißem Wasser übergossen und nach dem Ziehen ein Teelöffel Honig hinzugefügt. Dieser Tee kann mehrmals täglich getrunken werden, um den Hustenreiz zu milden und die Atemwege zu beruhigen.

Wann zum Arzt gehen?

Obwohl viele traditionelle Mittel bei Reizhusten hilfreich sein können, ist es wichtig, zu wissen, wann medizinische Hilfe notwendig ist. Wenn die Symptome nach ein paar Tagen nicht abklingen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Besonders bei Babys und Kleinkindern ist Vorsicht geboten, da Husten manchmal auf schwerwiegendere Erkrankungen wie Lungenentzündung oder Bronchitis hinweisen kann.

Ein weiteres Warnzeichen ist starkes Fieber, das auf eine bakterielle oder virale Infektion hindeuten kann. In solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung unbedingt erforderlich. Es ist auch wichtig, auf die Dauer der Beschwerden zu achten. Bei Husten, der länger als drei Tage andauert, sollte ebenfalls ein Arztbesuch in Betracht gezogen werden.

Zusammenfassung: Reizhusten – Traditionelle Mittel und ihre Anwendung

Reizhusten ist eine häufige Beschwerde, die oft durch Erkältungen oder Allergien ausgelöst wird. Oma’s Hausmittel, wie Kräutertees, Honig-Zwiebelsaft, Quarkwickel oder Hühnersuppe, können eine nützliche Ergänzung zur Behandlung sein. Sie basieren auf traditionellen Rezepten, die in der Familie weitergegeben werden und oft eine positive Wirkung zeigen.

Es ist jedoch wichtig, dass diese Mittel nicht als Ersatz für medizinische Behandlungen angesehen werden. Bei anhaltenden oder verschlimmernden Symptomen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um eine mögliche schwerwiegende Erkrankung auszuschließen.

Quellen

  1. bronchipret.de
  2. t-online.de
  3. umckaloabo.de
  4. br.de
  5. br.de

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